Eine rundum gelungene Regatta

Bei schwachem, sich drehendem Wind hatte Dauersieger Joschi Enter das Nachsehen Lindau (do). Das Rennen um das 'Blaue Band' machte auch bei der 54. 'Rund Um' ein Österreicher: Fritz Trippolt vom Yachtclub Bregenz mit seiner Libera 'Die BTV' erreichte im Morgengrauen des Samstags in einem Regenschauer den Lindauer Zielhafen - nach einem Segeltörn von zehneinhalb Stunden. Trippolt trägt sich zum ersten Mal in die Siegerliste der seit 1951 ausgesegelten Langstreckenregatta ein.

454 Segelboote drängelten sich an der imaginären Startlinie, als die bayerische Justizministerin Beate Merk eine Leuchtkugel als Startzeichen abfeuerte. Rund zehntausend Zuschauer säumten sämtliche Uferwege der Lindauer Insel, um Deutschlands größten Massenstart zu verfolgen. Es herrschte trübes Wetter und nur ein laues Lüftchen regte sich. Für die Armada des Hauptfeldes setzte schnell die erste Flaute ein. Und so zogen die flotten Liberas relativ gut davon und segelten zügig in ihre lange Segel-Nacht hinein. Auf Höhe Wasserburg und Langenargen begann es kräftig zu regnen, hier legte auch der Wind etwas zu. Die Mannschaften der Liberas hatten bereits in den ersten Minuten alle Hände voll zu tun, es ging sofort richtig zur Sache. Der Kurs führte die 454 Bootscrews über Meersburg, Überlingen und Romanshorn zurück zum Ausgangspunkt nach Lindau. Viel Regen, ständig drehende Winde um ein bis zwei Beaufort machten die Fahrt anstrengend und die Nacht lang. Das berichtete die Crew um Gerhard Müller, die als vierte Mannschaft um sieben Uhr, nach elfeinhalb Stunden, mit ihrer Libera 'pwm' das Ziel erreichte. Die Starnberger Segler lagen anfangs lange Zeit an zweiter Stelle, rechneten sich bereits gute Chancen auf das Blaue Band aus, aber dann 'haben wir Mist gebaut'. Nach einem Fehlmanöver wurden sie überholt. 'Dabei hätten wir wirklich Chancen auf den ersten Platz gehabt', so Müller. Der Sieger und Gewinner des 'Blauen Bandes' Fritz Trippolt wurde von Präsident des Lindauer Segler-Clubs, Andreas Lochbrunner, Wettfahrtleiter Heribert Hostenkamp und Ex-Konkurrenten Lukas Hummler im Lindauer Segelhafen empfangen. Hummler taufte unter Beifall der schon wieder - oder noch immer - ausharrenden Segelfans die Sieger-Crew mit einer Champagner-Dusche. Weit abgeschlagen war zu dieser Zeit noch das Hauptfeld der Segler, die bei sehr leichten Winden stundenlang im Überlinger See feststeckten. Der siegesgewohnte Champion Joschi Enter aus Österreich traf mit seiner Libera 'Principessa' als zweiter im Ziel ein, um 6.50 Uhr, nach 11:20 Stunden. Den dritten Platz belegte Markus Ficht vom Chiemsee mit seiner Libera 'Italia' nach 11:28 Stunden. Die Libera 'Renè' von Achim Salcher aus München traf als fünftes Schiff nach 11:42 Stunden im Zielhafen ein. Alle fünf Libera-Jachten platzierten sich somit an der Spitze des Feldes. Am Samstagvormittag sorgte ein frischer Südwind bei den Heimkehrern vor Lindau für prall gefüllte Segel. 360 der 454 gestarteten Yachten gingen bis zum frühen Samstagnachmittag durchs Ziel vor Lindau.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018