Oberstdorf
Eine Nacht im Iglu auf 1900 Metern

Polare Romantik, ein bisschen Kunst und ein einzigartiges Naturerlebnis: Das Nebelhorn wird ab diesem Winter um eine Attraktion reicher sein. Derzeit entsteht dort auf 1900 Metern Höhe etwa 200 Meter entfernt von der Bergstation Höfatsblick die sogenannte «Iglu-Lodge», bestehend aus mindestens acht Schlafiglus sowie weiteren eisigen Bauwerken für WC, Küche, Restaurant, gemütliches Beisammensein und sogar einem Iglu eigens für einen Sieben-Mann-Whirlpool. Veranstalter ist das Burgberger Unternehmen «Eventspirit».

Schnee blieb aus - Team unter enormem Zeitdruck

Erst vor wenigen Tagen haben die Arbeiten zu dem kleinen Dörfchen begonnen - das Team steht nun unter enormem Zeitdruck. «Eigentlich wollten wir acht Tage früher anfangen, aber der Schnee hat einfach gefehlt», sagt Geschäftsführer Matthias Lenz. Denn sämtliche Iglus entstehen aus Naturschnee - etwa 70 Tonnen sind notwendig. Jetzt muss umso schneller gefräst und aufgebaut werden, denn schon am 28. Dezember will die «Iglu-Lodge» eröffnen.

Pro Iglu wird ein oranger «Ballon» aus LKW-Planen aufgebaut, am Boden befestigt und dann mit Schnee eingefräst. Nach einer Nacht kann der Ballon dann entfernt werden - der Schnee ist laut Lenz so hart, dass eine Schneeraupe über das Iglu fahren könnte. Angst, dass die Iglus schmelzen, hat er nicht - Lenz geht vielmehr davon aus, dass sie regelmäßig wieder frei gefräst werden müssen.

Stehen bleiben soll das Dorf bis in den April.

Im Vorfeld führte das Zwei-Mann-Team von «Eventspirit» zahlreiche Gespräche mit der Naturschutzbehörde. «Dort hatte man Bedenken, dass nach uns Igludörfer in der Region wie Pilze aus dem Boden schießen könnten», sagt Lenz. Dem sei jedoch sicher nicht so: Das Nebelhorn sei der einzige Berg, der die entsprechenden Grundlagen biete - nämlich mit 2000 Metern Höhe entsprechend frostige Temperaturen, eine große, ebene Fläche von rund 2000 Quadratmetern und die unmittelbare Nähe zur Bergbahn. Wichtig ist Lenz zudem: «Hier entsteht keine Partylocation, sondern wir wollen ein einmaliges, naturverbundenes Bergerlebnis ermöglichen.»

Sämtliche Gäste bleiben nur eine Nacht. Für bis zu vier Gäste ist pro Iglu Platz, doch sind auch Romantikübernachtungen zu zweit möglich. 400 Buchungen liegen bereits vor. Auf dem Programm stehen nach der Ankunft am Nachmittag eine Führung durch die Lodge, Zeit um den Sonnenuntergang zu erleben, gemeinsames Käsefondue im Restaurantiglu und gemütliches Beisammensein im sogenannten «Eventiglu». Gefrühstückt wird im Restaurant der Bergbahn.

Bildhauer gestalten die Wände unter dem Motto «Allgäu»

Trotz Naturerlebnis legt Lenz Wert auf gewissen Komfort: Per Hubschrauber wurde eigens ein Whirlpool angeflogen. Die Gäste schlafen auf Rentierfellen aus Finnland und in Expeditionsschlafsäcken auf einer Art Betten. Sämtliche Iglus haben Holztüren. Zudem wird ein Team von fünf Bildhauern das Innere der Schlafbauten kreativ gestalten.

Dabei lässt «Eventspirit» ihnen weitgehend freie Hand, das Motto lautet schlichtweg «Allgäu».

In der Saison will das Burgberger Unternehmen rund 20 Mann auf dem Nebelhorn beschäftigen. Und Lenz blickt schon jetzt zuversichtlich in Richtung nächster Winter: «Das ist hier ein Pilotprojekt, von dem ich überzeugt bin, dass es bei den Gästen ankommt.»

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