Kaufbeuren
«Eine Investition in die Zukunft»

Gelernt wird nicht nur in der Schulzeit. Unter diesem Leitsatz beteiligt sich Kaufbeuren an dem Bundesprogramm «Lernen vor Ort». Damit macht sich die Stadt in einem zunächst dreijährigen Prozess auf den Weg, die Bürger über die Bildungsangebote zu informieren und sie zu beraten. Grundsätzliches Ziel ist es, das Bildungsniveau der Menschen zu verbessern, um damit mehreren Problemen zu begegnen. So soll ein «motivierendes Bildungsmanagement» unter anderem die hohe Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen senken und viele Familien mit geringem Einkommen als Zielgruppe ansprechen. Auch die in Kaufbeuren ohnehin schon sehr hoch angesiedelte Integrationsarbeit und der demografische Wandel spielen eine Rolle.

«Das ist eine Investition in die Zukunft», so Alfred Riermeier, der neue Leiter der städtischen Abteilung Kinder, Jugend und Familie. Die Koordinierungsstelle für das sogenannte kommunale Bildungsmanagement ist unter der Bezeichnung «Bildung aktiv» seinem Amt zugeordnet. Sie ist mit den neuen Mitarbeiterinnen Daniela Keller und Manuela Mayer besetzt. Ihre Aufgabe: Sie erfassen alle Aktivitäten der verschiedenen Bildungsträger und entwickeln Modelle zu ihrer Steuerung. «Dabei geht es nicht unbedingt darum, Neues zu schaffen, sondern zu bündeln», so Daniela Keller. Die Palette reiche von der Frühförderung bis zur Seniorenbildung.

Es geht um die Beratung der Eltern über den besten Bildungsgang für ihre Kinder, die Vorbereitung von Menschen auf das Ehrenamt und Konzepte gegen den drohenden Fachkräftemangel in der Region. Kurz: ein weites Feld.

Da es in Kaufbeuren bereits viele Projekte, Foren und Beiräte gibt, soll «Bildung aktiv» auch deren Schnittstellen ausloten. Als Anlaufstelle für die Bürger ist zudem in der Volkshochschule die Einrichtung eines Bildungsbüros geplant. In einem Bildungsforum tauschen sich künftig alle wichtigen Akteure in der Stadt regelmäßig aus und entwickeln Konzepte. Innerhalb der Stadtverwaltung soll das Thema ebenfalls einen neuen Stellenwert erhalten und - ressortübergreifend - immer wieder mit Impulsen versorgt werden.

Bundesweit nehmen 150 Kreise und kreisfreie Städte an dem Bundesprogramm teil; in Bayern sind es neben Kaufbeuren die Landkreise Lindau, Mühldorf am Inn sowie die Städte München und Nürnberg. Gefördert wird das Vorhaben mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds in Höhe von insgesamt rund 60 Millionen Euro. Die beiden jetzt geschaffenen Vollzeitstellen in Kaufbeuren würden zu 100 Prozent über diese Mittel finanziert, so Manuela Mayer.

Unterstützung erhalten die Kommunen auch von deutschen Stiftungen, die im Bildungsbereich aktiv sind - in Kaufbeuren sind dies die Bürgerstiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Prof. Dr. Peter Scheggsche-Waisenhausstiftung und die Stiftung der bayerischen Sparkassen.

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