Leinau
Eine Einigung scheint ausgeschlossen

Ab dem Frühjahr wird in der jetzigen Abtei St. Severin in Leinau wohl umgebaut: Bis dahin sollen die Mönche aus dem Gebäude ausgezogen sein. Die neue Eigentümerin will dort eine Firma auf- und Wohnungen einbauen. «Wir wollen dort eine kleine Textilfabrik und Wohnungen einrichten», erklärt Markus Adolph von der Familie der Eigentümerin.

Die hatte Ende Oktober das Gelände mit den Gebäuden für 230000 Euro ersteigert und dabei die mitbietenden Mönche überboten (wir berichteten). «Wir waren schon länger auf der Suche. Die Gebäude in Leinau waren für uns ein interessantes Objekt», so Adolph. Deshalb bot die Familie bei der öffentlichen Versteigerung mit. Dass nun die Mönche dort ausziehen müssen, sei nicht gewollt gewesen. «Sie hätten drin bleiben können. Wir wollten sie keineswegs vor die Tür setzen», betont Adolph. Schließlich sei das Gelände 3000 Quadratmeter groß, und auch die Gebäude böten ausreichend Platz. Doch die Mönche hätten sich nicht kompromissbereit gezeigt: «Sie wollten ihr Kloster nicht mit Gewerbetreibenden teilen», so Adolph. Die Gespräche zwischen den Parteien verliefen deshalb ergebnislos, weshalb die Eigentümerin den Mönchen zum 31. Januar 2010 kündigte.

Kontakt nur über Anwälte

Die wiederum sind seit 2001 auf dem Gelände, auf dem sie die Gebäude teilweise saniert und in dem sie das Mutterhaus des Ordens von Port Royal und ein alt-katholisches Kloster eingerichtet haben. Zudem produzierten sie dort Lebensmittel und Kosmetika, legten einen Kräutergarten an und veranstalten Märkte und Seminare. Außerdem ist dort das Peruhilfswerk untergekommen. Doch ein Verbleib der Abtei scheint ausgeschlossen - beide Parteien verkehren hauptsächlich über Anwälte miteinander.

Die neue Eigentümerin plant auf dem Gelände eine Textilfabrik, wobei Restbestände veredelt und weiterverkauft werden sollen.

Dazu sollen auch die Wirtschaftsräume der früher dort ansässigen Firma genutzt werden: «Reimann und Preißler» stellten dort Glaswaren her und veredelten Kronleuchter und andere Lampen. Die Überreste der Galvanikfabrik will die Eigentümerin fachgerecht entsorgen lassen, wofür schon eine Firma beauftragt sei.

Zudem soll das Hauptgebäude umgebaut und mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet werden. In dem Haus sollen eine Betriebswohnung und weitere Wohnungen für den freien Markt entstehen, erläutert Adolph. «Das wird richtig viel Arbeit», meint er nach einer Besichtigung der Räume. Die Arbeiten sollen am 1. Februar 2010 beginnen und zügig beendet werden. «Schließlich wollen wir von den Einnahmen leben», so Adolph.

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