Eine Ausbildung machen - zwei Berufe erlernen

Kaufbeuren(mab). - Eine Ausbildung machen und dabei zwei Berufsabschlüsse vorweisen können, das klingt nach einem recht guten Angebot. Das ist ab September an der Berufsfachschule für Krankenpflege am Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus (BKH) möglich. Die Schule nimmt als eine von nur fünf Einrichtungen in ganz Bayern an einem Schulversuch des Freistaates teil, Kranken- und Altenpflege in einem Ausbildungsgang zu vermitteln. Die beiden Ausbildungsabschlüsse, die die Absolventen erhalten, sind 'Kranken- und Gesundheitspfleger' und Altenpfleger. Es sind sogar noch einige wenige Ausbildungsplätze frei. 'Aus unserer Sicht handelt es sich um eine sensationelle Chance für viele in der Region', so Bertram Sellner, Pflegedirektor am BKH. Die zweifach gelagerte Ausbildung mache zum einen Sinn 'wegen der demografischen Entwicklung der Bevölkerung'. Zum anderen biete sie insbesondere jenen Auszubildenden, die sich bislang für die Altenpflege entschieden haben, völlig neue Optionen. Traditionell kann nämlich der Krankenpfleger in allen Bereichen eines Krankenhauses (inklusive OP oder Intensivstation) arbeiten, problemlos aber auch in einem Altenheim anfangen. Bei den Altenpflegern war das Arbeitsgebiet hingegen auf den Altenhilfe-Bereich begrenzt. Altenpflegeschüler, die an dem integrierten Schulversuch an der BKH-Schule teilnehmen (neben Kaufbeuren gibt es nur noch Schulversuche in Coburg, Rosenheim, München und Schwandorf), wird der Weg ins Allgemeinkrankenhaus nun geöffnet. 'Ohnehin sind im Allgemeinkrankenhaus heute schon 50 bis 60 Prozent der Patienten älter als 65 Jahre', so Dr. Michael von Cranach, Ärztlicher Direktor des BKH.

Insofern sei die Ausrichtung der Ausbildung auch auf die Versorgung älterer Menschen sinnvoll. Projektleiter des Schulversuches ist der Lehrer für Krankenpflege Markus Ellenrieder. 'Er hat durch viel Arbeit erreicht, dass das Projekt überhaupt auch nach Kaufbeuren kam', so Cranach. Zitat Es ist zwar im Rahmen des Schulversuches erst ein Kurs genehmigt. Ich bin mir aber sicher, dass auch in den folgenden Jahrgängen nach diesem Schema ausgebildet wird.} Thomas Düll, Werkleiter der Bezirkskrankenhäuser des Bezirkes Schwaben Insgesamt strebt der Freistaat mit dem Schulversuch eine Angleichung an europäische Verhältnisse an. Ähnlich gelagerte Ausbildungsgänge gebe es bereits in Österreich, Frankreich oder Skandinavien. Laut Schulleiter Peter Prestele sind noch drei bis vier Ausbildungsplätze für den Kurs 2004/2007 frei. Zwar seien die Berufsaussichten auch im Pflegebereich nicht mehr 'rosarot'. Derzeit gebe es ein Überangebot an Kräften. Viele Krankenhausbetten würden in den kommenden Jahren geschlossen, so Pflegedirektor Sellner. Doch die Patienten verschwänden ja nicht einfach, vieles werde in den ambulanten Bereich verlagert. 'Auch hierfür ist die neue Kombination bestens geeignet.' In wenigen Jahren würden 'nach einer Marktbereinigung' aber sicher wieder Pflegekräfte gesucht. i Wer Interesse an dem neuen Ausbildungsgang hat, kann sich unter (08341) 72-2301 bei der Krankenpflegeschule des BKH melden. Es sind noch einzelne Plätze frei.

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