Ein Zentrum für Pfronten

Pfronten (mar). - Die Allgäuer Straße zum attraktiven Zentrum Pfrontens zu gestalten - das ist eines der Ziele der Ortskernsanierung. Wie die Straße dazu vom Verkehr entlastet werden kann, das war das Thema eines Gutachtens. Christian Fahnberg vom Planegger Büro Ingevost präsentierte dem Gemeinderat jetzt die Ergebnisse. Sein Vorschlag: Die Allgäuer Straße wird zur Einbahnstraße in Richtung Süden. In Gegenrichtung wird der Verkehr über die Bahnhof- und Ladehofstraße geführt mit dem Birkenweg sowie dem westlichen Zweig der Bahnhofstraße als Anbindungen jeweils in beide Richtungen. Mehrere Varianten hatte Fahnberg untersucht, darunter auch kühne Entwürfe wie beispielsweise den, der für den Hauptverkehr eine Bahnunterführung nördlich des Bahnhofs vorsah. Die von ihm favorisierte Lösung reduziere den Verkehr auf der Allgäuer Straße um die Hälfte. Zudem könne die Fahrbahn wesentlich schmäler werden, womit mehr Platz für Fußgänger geschaffen werde. Für die sei eine Einbahnstraße zudem wesentlich leichter zu überqueren. Durch die Querverbindungen werde dabei verhindert, dass Autofahrer die komplette Einbahnstraßenrunde fahren müssten, was zu einer deutlichen Steigerung der Fahrleistungen führen würde. In der Diskussion äußerte sich Dritter Bürgermeister Philipp Trenkle (Pfrontner Liste) skeptisch über eine Öffnung der Bahnhofstraße für beide Richtungen. Die Einmündung der Bahnhofstraße in die Allgäuer Straße sei bereits jetzt der neuralgische Punkt Pfrontens, was durch so eine Kreuzung noch verschlimmert würde. Er schlug stattdessen vor, zwei voneinander getrennte Kreise anzulegen. Keine wesentliche Verbesserung der Situation aber eine Reihe ungeklärter Probleme entdeckte Peter Scholz (CSU) im vorgelegten Konzept. Unter anderem sprach er den Anschluss des Birkenwegs an und meinte, der Gegenverkehr in der Bahnhofstraße funktioniere nicht.

Droht ein 'Tohuwabohu'? Von einem drohenden 'Tohuwabohu' sprach gar Heinz Heer (Freie Wähler). So gebe es Probleme, sollte der Hauptverkehr künftig an einem möglicherweise noch erweiterten 'Plus'-Markt vorbeiführen. Außerdem seien die Kurvenradien auf der Allgäuer Straße in Höhe des Textilgeschäftes 'Babel' und am Abzweig in die Meilinger Straße bei der Gaststätte 'Tenne' zu eng für größere Fahrzeuge. Dr. Otto Randel (Pfrontner Liste) meinte, das Gutachten habe wichtige Zahlen gebracht. Man müsse aber darauf achten, keine zu radikalen Lösungen anzustreben. Der drohende große Mitteleinsatz gebiete es beim Bestehenden zu bleiben. Wolfgang Neumayer (SPD) meinte, das Konzept gefalle ihm gut. Auch die meisten Detailprobleme seien lösbar. Nur für das 'Babel/Tenne-Eck' brauche man noch eine Lösung. Möglicherweise sei dazu ein Teilabtrag der 'Tenne' möglich, sagte Bürgermeister Beppo Zeislmeier: 'Der Ansatz lässt alles zu. Das ist eine Grundlage, auf der wir weiterarbeiten können'.

Kaum noch Entlastung durch A7 Zweiter Bürgermeister Walter Moller (CSU) bezweifelte, dass die vorgelegten Zahlen nach der Fertigstellung der A7 noch relevant seien. 'Wir reden hier schließlich von einem Langzeitprojekt', so Moller. Die Hoffnung, Pfronten werde durch die Autobahn weiter vom Verkehr entlastet dämpfte Christian Fahnberg jedoch. Man rechne nach deren Fertigstellung nur mit etwa 500 Fahrzeugen weniger, die pro Tag durch Pfronten fahren. Der größte Teil des werktäglichen Normalverkehrs sei bereits jetzt Quell- und Zielverkehr. Hans Hechenberger (Pfrontner Liste) befürchtete, dass durch die Einbahnregelungen der Verkehr im Ried ins Stocken gerate. Dem hielt Philipp Trenkle entgegen, dass durch die Einbahnregelung in der Allgäuer Straße viel Platz beispielsweise für Parkplätze gewonnen werde. Frank Schöllner (CSU) stand mit seiner Anmerkung, die Parkplätze sollten eher reduziert werden, allein. Angelika Wohlfahrt (CSU) aus Kundensicht und Alfons Haf (Pfrontner Liste) aus Anbietersicht betonten, dass geschäftsnahe Parkplätze nötig seien. Dass in der Allgäuer Straße aber etwas geschehen müsse, machte Wohlfahrt an einem Beispiel deutlich: 'Es passiert immer noch oft, dass man in der Allgäuer Straße gefragt wird, wo denn das Zentrum sei.'

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