Ein windelweicher Kompromiss

Von Claudia Benz Was soll das jetzt, aus dem 'C' im Diem-Weg ein 'K' zu machen? Das ist ja lächerlich. Mit dieser Provinzposse dürfte Kempten wahrlich ganz groß rauskommen. Konsequent ist diese Lösung nicht. Was macht es denn für einen Unterschied zur kompletten Umbenennung, wenn die Anlieger bei der Ausweis- oder Kfz-Schein-Änderung aufgrund einer 'behördlichen Anordnung' weniger Kosten beim Buchstaben-Wechsel haben? Warum sollte ein Karl im Straßennamen keinen Anschriften-Wechsel bei Banken oder Versicherungen nach sich ziehen - es sei denn, die Anwohner lassen auf immer und ewig eine unkorrekte Adresse auf ihrem Briefkopf stehen? Ob C oder K - Aufwand kommt auf jeden Fall auf die Anwohner zu. Dazu sollten die Stadtverantwortlichen auch stehen.

Denn an einer Umbenennung des Carl-Diem-Wegs kommt Kempten nicht mehr vorbei. Weil nämlich der Namenspatron einer Straße eine Vorbildfunktion erfüllen sollte und Carl Diem nun mal aufgrund seines Verhaltens in der NS-Zeit wahrlich nicht als Vorbild dienen kann. Dass man jetzt allerdings einen ehrenwerten Mann wie Karl Diem, den Arbeiterführer, für diese Schein-Umbenennung herauskramt - das ist mehr als ein windelweicher Kompromiss, 'fast schon eine Verhöhnung' (so Stadträtin Jähnig). Dass noch dazu ausgerechnet die CSU den SPD-Mann ins Spiel bringt (und die Genossen ihren eigenen Mann gar nicht ablehnen können), ist pikant genug. Und lässt vermuten, dass es wohl nur darauf ankommt, bei den Anwohnern gut dazustehen. Mehr Rückgrat und Konsequenz würden der Metropole des Allgäus hier besser anstehen.

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