Kaufbeuren
Ein Weg für berühmte Kaufbeurer

Den Kaufbeurer Dichter Ludwig Ganghofer mit seinen Heimatromanen kennen viele Menschen. Doch sein Vater August ist eher nur Insidern bekannt: «Das war der oberste Chef unserer Verwaltung», erklärt Gerhard Limmer, Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft (AELF). Nun wurde beiden zu Ehren ein Wanderweg von Kaufbeuren zur Mooshütte ausgewiesen.

Viele Wege führen von der Wertachstadt zur Mooshütte. Mit dem neuen Weg von Hirschzell, über das Gebiet am Freyberg, unter der B12 zur Gastwirtschaft sollen die Wanderer kanalisiert werden, so Limmer. Doch der Weg heißt auch Ganghofer³, denn den Besuchern sollen drei Dinge nahegebracht werden: Waldbewirtschaftung, die Literatur Ludwig Ganghofers und Verständnis für den Wald.

Den ersten Teil der Arbeit erledigte eine Gruppe von jungen Arbeitslosen. Sie gingen das Projekt unter Aufsicht eines Bauingenieurs und eines Sozialarbeiters an, nachdem es zuvor eine Besprechung im AELF gab.

Danach plante die Arbeitsgruppe mit den bestehenden Wegen eine Route und schilderte sie aus. Mit den Ganghofers bot sich ein passender Namensgeber an. August Ganghofer (1827 bis 1900) war ein bedeutender Forstbeamter in Deutschland. In den 1850er Jahren arbeitete er im Forstamt Kaufbeuren, nachdem er im Sachsenrieder Forst ausgebildet worden war. Er führte als Leiter der Forstverwaltung das Oberförstersystem ein, förderte den Austausch zwischen Theorie und Praxis und gründete den Vorläufer der heutigen Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Und er schrieb das Buch «Der praktische Holzrechner», worin mit Länge und Durchschnitt die Raummeter eines Baumes errechnet werden - ehemals ein Standardwerk der Forstbeamten, erläutert Limmer. Davon gab es auch eine komprimierte Version, nämlich der «Kleine Faulenzer».

Und der zweite Namenspatron Ludwig Ganghofer (1855 bis 1920) ist hinlänglich bekannt. Nach der Ausschilderung sollen etwa ab Frühsommer 2010 Stationen auf dem Wanderweg hinzukommen - früher sei das bei der Personaldecke des AELF nicht machbar. Dabei soll auf die Waldbewirtschaftung und August Ganghofer hingewiesen werden, während Ludwig Ganghofer Gedichte beisteuern könnte.

Schließlich soll auf den Wald als Lebensraum und seine Wichtigkeit für den Menschen hingewiesen werden. Damit es auch Morgen noch heißen kann: «Die frische Luft des Morgens war angefüllt vom Wohlgeruch dieser trunkenen Blütenfreude des Waldes», aus: Ludwig Ganghofer: Waldrausch.

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