Ein wachsames Auge auf die Radler

Oberallgäu (p). Die steigende Zahl von Unfällen, in die Radfahrer verwickelt sind, nimmt die Verkehrspolizei Kempten zu verstärkten Radl-Kontrollen im ganzen Oberallgäu zum Anlass. Als häufigste Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung registrieren die Ordnungshüter Missachten des Rotlichts an Ampeln, Fahren in der Dunkelheit ohne Beleuchtung und unerlaubtes Benutzen von Gehwegen oder Fußgängerbereichen. Bereits vor einigen Wochen hatte unser Leser Heinz Ewen aus Blaichach als Auto- und Radfahrer bemängelt, dass wir ein Foto von Radlern veröffentlichten, die nicht nur verbotswidrig nebeneinander fuhren, sondern ihre Räder auch nicht mit der erforderlichen Beleuchtung ausgestattet hatten. Und weil unser Leser davon ausging, dass die Polizei vor allem auch bei Mountainbikes und Rennrädern alle beiden Augen zudrückt, bat das Allgäuer Anzeigeblatt die Ordnungshüter um eine Stellungnahme.

Darauf hat die Verkehrspolizei jetzt reagiert und angekündigt, dass sie in der nächsten Zeit gezielt Verhaltensverstöße von Radfahrern ahnden wird, um jene Verkehrsteilnehmer, die sich und andere gefährden, zu einem Überdenken ihres Verhaltens zu bewegen. Da aber nach den Erfahrungen der Beamten eine Verwarnung ohne Verwarnungsgeld bei dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmern keinen Erfolg zeigt, sollen Radfahrer, die sich bewusst und vorsätzlich falsch verhalten, mit bis zu 25 Euro zur Kasse gebeten werden. Außerdem müssen sie damit rechnen, dass ihnen die Polizei das Weiterfahren untersagt oder sogar ihr Rad sicherstellt. Vorab erinnert die Polizei alle Radler an die wichtigsten für sie geltenden Regeln:l Lichtzeichenanlagen und Einbahnregelungen gelten auch für Radlerl Radfahrer mit Ausnahme von Kindern bis acht Jahre dürfen keine Gehwege benutzenl An Fußgängerüberwegen müssen Radfahrer absteigenl Radwege, die in Fahrtrichtung rechts verlaufen, müssen benutzt werden; aber linksseitige Radwege dürfen nur dann befahren werden, wenn sie für die Gegenrichtung freigegeben sindl Bei Dämmerung und Dunkelheit müssen die vorgeschriebenen Beleuchtungs-Einrichtungen eingeschaltet werdenl Das Fahren zu zweit auf dem Rad, das freihändig Fahren und auch das Telefonieren während der Fahrt sind untersagt. Weiter erinnern die Beamten daran, dass jüngste Gerichtsurteile beweisen, welch erhebliche zivilrechtliche Konsequenzen ein Fehlverhalten des Radfahrers darüber hinaus nach sich ziehen kann. So sei ein Radler, der in falscher Richtung auf dem Radweg unterwegs war und in einen Unfall mit einem Auto verwickelt wurde, zur Übernahme der Hälfte des Schadens verpflichtet, während ein anderer, der den nicht für ihn gedachten Gehweg benutzte, sogar den gesamten Schaden tragen musste.

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