Ein Verstoß kann richtig teuer werden

Oberallgäu (az). - Um nach alter Tradition den Winter auszutreiben, werden im Oberallgäu bald wieder die Funkenfeuer abgebrannt. Auch bei traditionellen Feuern wie diesen müssen einige Vorschriften beachtet werden. Die AZ hat beim Oberallgäuer Landratsamt nachgefragt. Was darf verbrannt werden? Erlaubt ist laut Walter Wilhelm, Sachbearbeiter für Abfallrecht und Immissionsschutz am Landratsamt, nur unbehandeltes Holz, weil bei der Verbrennung von Lacken giftige Dämpfe frei werden können. Außerdem dürfen nur trockene, holzige Gartenabfälle verbrannt werden. Ansonsten würden durch die Rauchentwicklung nicht nur Zuschauer, sondern eventuell auch Verkehrsteilnehmer gefährdet. Die Verbrennung von Abfällen ist verboten und gilt als Ordnungswidrigkeit. Zum Entzünden des Feuers dürfen weder Benzin noch andere brennbare Flüssigkeiten verwendet werden. Werden die Feuerstellen überprüft? Nach Wilhelms Worten schaut die Polizei stichprobenartig beim Aufbau der Funken und beim Abbrennen vorbei.

Welche Strafen drohen bei Verstößen? Das Verbrennen von Sperrmüll kann für die Veranstalter richtig teuer werden. Werden beispielsweise über 100 Kilogramm Sperrmüll verbrannt, drohen Strafen von 600 bis 2250 Euro. Was muss man außerdem beachten? Die Feuerstelle muss laut Wilhelm mindestens 100 Meter von einem Wald und leicht entzündbaren Stoffen entfernt sein. Auf jeden Fall sollte der örtliche Feuerwehr-Kommandant in die Planungen einbezogen werden. Wer muss über die Veranstaltung informiert werden? Feuerwehr und Gemeinde. Bei dieser muss die Veranstaltung auch gemeldet werden. Wer Funkenküchle, Glühwein, Früchtetee oder Ähnliches verkaufen will, muss eine Genehmigung bei der Gemeinde einholen. Diese kann auch festlegen, dass Toiletten aufgestellt werden müssen. Wie kann die Asche entsorgt werden? Wenn in der Hausmülltonne nicht genügend Platz sein sollte, müssen die Asche-Überreste zur Müllverbrennungsanlage des ZAK nach Kempten gebracht werden. Dort werden sie gemäß Wilhelm kostenpflichtig entsorgt. Die Wertstoffhöfe sind nicht zuständig.

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