Wiggensbach
Ein «unverwüstliches Phänomen» seit 80 Jahren in der Kolpingsfamilie

Für viele Wiggensbacher ist er schlicht und ergreifend ein «unverwüstliches Phänomen». Denn mit seinen 97 Lebensjahren hat Max Lederle etwas geschafft, was nur wenigen vorbehalten bleibt: 80 Jahre ist er Mitglied in einem Verein. Mit der Kolpingsfamilie Wiggensbach übrigens in einem Verein, den er neben seinen Brüdern Josef und Hans mitbegründet und in den Nachkriegsjahren geführt hat.

So lobte ihn Pfarrer Gebhard Gomm in einer kleinen Feierstunde als «allzeit präsenten und engagierten Bürger der Gemeinde.» Mit seinen schon fast «legendären Kirchenführungen» habe er, wie Teilnehmer sagten, schon mal eine gute Predigt ersetzt. Der Geistliche lobte den Betagten, weil er die Marienkapelle in Unterkürnach teils mit eigener Hände Arbeit saniert und später auch betreut habe.

Landrat Gebhard Kaiser betonte, dass auch er Nutznießer der Impulse gewesen sei, die Lederle der örtlichen Kolpingsfamilie verliehen habe. Über das religiöse, gesellschaftliche und auch politische Veranstaltungs- und Bildungsangebot dieser Organisation sei er zur Politik gekommen.

Fast alle der einstigen und aktuellen Vorsitzenden (früher Senior) von Kolping Wiggensbach waren versammelt. Darunter auch der langjährige Chef Klaus Sailer. «Ihr Leben war und ist auch immer das Leben der Kolpingsfamilie Wiggensbach», sagte er zu Lederle.

Der Jubilar sei für seine Treue zu Kirche und Kolping während des Dritten Reiches bekannt gewesen. Als die Frage anstand, Partei oder Kolping, musste Lederle nicht überlegen: Sein Herz schlug für den zwischen 1813 und 1865 lebenden Handwerker und Priester. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe Lederle, so Sailer weiter, die örtliche Kolpingsfamilie mit vielen neuen Mitgliedern wieder aufgebaut. Für sein Anliegen sei er auch in Hausbesuchen eingetreten.

Warum war Lederle so ein überzeugter Anhänger von Adolph Kolping? Als der Schreinermeister, damals noch Geselle, auf die Walz ging und innerhalb von zwei Jahren bis zur Insel Rügen und zurück wanderte, kam er in den Herbergen der Gesellenvereine unter, die unter der Regie Kolpings in ganz Deutschland gegründet wurden. Die Mitmenschlichkeit des obersten Herbergsvaters ließ Lederle nie los.

Verkehrsbüro eingerichtet

15 Jahre lang leitete er die Soldatenkameradschaft, begleitete dabei 115 Mitglieder auf ihrem letzten Weg und widmete ihnen ehrende Nachrufe.

Weil er - heute bei Tochter Christine und Schwiegersohn Wolfgang Höchenberger in Westenried lebend - auch noch den Fremdenverkehrsverein führte und eigenhändig das erste Wiggensbacher Verkehrsbüro einrichtete, hieß es in einer früheren Würdigung seines Lebenswerks: «Ehrenamtlich war für Lederle nie ein Fremdwort.»

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