Ein Symbol für Auferstehung

Von Bernd Skischally, Memmingen/Unterallgäu - Wie der Tannenbaum traditionell zu Weihnachten gehört, so sind Eier ein fester Bestandteil des Osterfestes. In den Supermärkten findet man sie bereits kurz nach dem Jahreswechsel in allen erdenklichen Schokoladen-Variationen - mal mit, mal ohne süßer Füllung. Wenige Wochen später stehen dann auch die ersten echten Eier im Regal - fertig gekocht und mit allen Farben bemalt, die man sich vorstellen kann. Was das Ei aus dem Supermarkt aber mit dem Fest der Auferstehung Jesu zu tun hat und wie man dieses bedeutende christliche Ereignis wiederum mit dem Osterhasen in Verbindung bringen kann, das fragen sich nach wie vor nicht nur Kinder. In heidnischen Kulturen galt das Ei einst als Symbol der Fruchtbarkeit, mit dem der Beginn des Frühlings gefeiert wurde. Die Christen gebrauchten es dagegen schon früh als Symbol für die Auferstehung Jesu. Der katholische Dekan Siegbert G. Schindele erläutert, welche Parallele hier mit einer Portion Phantasie gezogen wurde. Während Jesus aus seinem Grab gestiegen ist, verlässt ein Küken das Ei, um leben zu können.

Schlafen mit offenen Augen Dass ausgerechnet ein vierbeiniger Nager die österlichen Eier in die Nester der Kinder legen soll, ergibt für viele keinen Sinn. Wer den Osterhasen nur als Märchengestalt oder gar Witzfigur betrachtet, macht es sich allerdings zu leicht. Der Hase ist laut Schindele kein weltliches, sondern ein urchristliches Ostersymbol. Da das Tier bekanntlich nicht mal beim Schlafen seine Augen schließt, stehe es für Wachsamkeit. 'Religiöse Menschen sollten diese Wachsamkeit auch verinnerlicht haben. Wenn der Herr uns einmal ruft, sollten wir bereit sein', sagt der Dekan. Rund um das Osterfest gibt es neben Ei und Hase natürlich noch zahlreiche andere Bräuche. So bringen vor allem katholische Gläubige traditionell Körbe mit Speisen zur Ostermesse. 'Viele Menschen verzichten in der Fastenzeit komplett auf Süßigkeiten und tierische Produkte. Zum Zeichen des Fastenendes werden diese Speisen in der Messe geweiht', erklärt Schindele. Ein weiterer Osterbrauch ist der Emmausgang. 'Emmaus war die Stadt, in der Jesu Christi nach seiner Auferstehung zwei Jüngern begegnet ist', so der katholische Dekan. Zum Gedenken daran würden Gläubige am Ostermontag zu Wallfahrtskirchen oder anderen religiösen Orten pilgern.

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