Füssen
Ein sozialer Brennpunkt

Im Vergleich zu anderen Ostallgäuer Orten ist Füssen ein sozialer Brennpunkt: 150 Kinder und Jugendliche sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen, die Jugendkriminalität ist stärker ausgeprägt als andernorts, jedes vierte Kind wird nur von einem Elternteil erzogen - das sind die Ergebnisse der Sozialraumanalyse für den Landkreis, die vor kurzem den Rathaus-Chefs vorgestellt wurde (unsere Zeitung berichtete). Bürgermeister Paul Iacob will dem nicht tatenlos zusehen: Diesen Problemen wolle er künftig verstärkt sein Augenmerk widmen, kündigte er auf Nachfrage an.

Keine heile Familienwelt

Die heile Familienwelt auf dem Land - für das Ostallgäu insgesamt gesehen stimmt dieses klischeehafte Bild noch weitgehend, speziell in Füssen hat es aber ein paar Sprünge erhalten. Und die sind nicht neu: Bereits bei der ersten Sozialraumanalyse, die vor wenigen Jahren präsentiert wurde, war auf diese Probleme hingewiesen worden. Geändert sich an den negativen Werten seither nicht viel.

Ganz hinten - mit Abstand

Das zeigt auch der Gesamtindex für die Sozialraumanalyse, in den Werte wie Jugendarbeitslosigkeit und -kriminalität oder Inanspruchnahme von erzieherischen Hilfen fließen: Der bayerische Durchschnitt wird mit 100 angesetzt, doch Füssen liegt darüber und erzielte mit 113,9 erneut den mit Abstand schlechtesten Wert im Ostallgäu.

Jugendhilfeplanerin Anja Mayr und Landrat Johann Fleschhut appellierten an die Bürgermeister, die aufsuchende Jugendarbeit verstärken. Doch einen Streetworker, der sich im Auftrag der Stadt um sozial auffällige Jugendliche und junge Erwachsene kümmert, kann Füssen nicht finanzieren, sagt Bürgermeister Iacob. Er hat einen anderen Plan: Im Jugendhaus soll ab Mai ein Zivildienstleistender beschäftigt werden. Dieser könne Leiter Hans-Jürgen Kreutzer entlasten, so dass der Jufo-Chef mehr Möglichkeiten für die aufsuchende Jugendarbeit habe. Kreutzer könne dann auch einmal «rausgehen zum Bahnhof» und das Gespräch mit den sich dort treffenden Jugendlichen suchen. Zudem müsse das Jugendhaus «offensiv mit den Schulen zusammenarbeiten», fordert Iacob.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018