Ein Seelsorger mit natürlicher Autorität

Buchloe | lb | Kaum fassen konnte am Samstag die Buchloer Stadtpfarrkirche die vielen Trauergäste, die dem früheren Stadtpfarrer Dr. Johannes Demmeler die letzte Ehre erweisen wollten. Von 1977 bis 1997 war er Stadtpfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, nun standen neben vielen Gläubigen, die ihn noch aus seiner Buchloer Zeit kannten, auch zahlreiche Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens an seinem Grab sowie eine Delegation der Dillinger Franziskanerinnen. Auch viele Wegbegleiter und Freunde Demmelers von außerhalb waren gekommen, so Vertreter der Pfarrei Kreuzthal, in der er im Ruhestand noch mehrere Jahre als Seelsorger wirkte, sowie aus seinem Geburtsort Dietershofen. Neben den Angehörigen hatten sich zudem fast 70 Priester und Diakone sowie Pfarrerin Ute Neubauer als Vertreterin der evangelischen Gemeinde in Buchloe zur Beerdigung eingefunden.

Eine lange Prozession geleitete den Sarg unter Glockengeläut zum Priestergrab auf dem Buchloer Friedhof. Zuvor hatte in der Stadtpfarrkirche die Totenmesse stattgefunden - auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen als österlich geprägter Auferstehungsgottesdienst, so dass als liturgische Farbe statt Schwarz oder Violett Weiß zum Einsatz kam.

Nach der Begrüßung durch Stadtpfarrer und Dekan Reinhold Lappat zelebrierte den Gottesdienst Regionaldekan Peter Guggenberger aus Kempten, die Predigt hatte der Kemptener Dekan Georg Endres verfasst, der später auch die Riten am Grab durchführte. Weitere Hauptzelebranten waren Domkapitular Konrad Hölzl aus Augsburg, Domdekan im Ruhestand Gerhard Gruber aus München, Professor Anton Rauscher sowie Prodekan Adolf Nießner aus Kaufbeuren. Auch Generalvikar Konstantin Kohler aus Augsburg und der gebürtige Buchloer Pater Roman Löschinger aus dem Kloster Roggenburg standen am Altar.

Nach dem Evangelium über Maria Magdalena als Auferstehungszeugin am Ostermorgen stellte Endres zunächst diese optimistische Bibelpassage dem Rilke-Gedicht 'Die Nacht ist wie ein großes Haus' gegenüber. Im Vergleich bekräftigte er sodann im Sinne des Verstorbenen, dass wir als Christen nicht in 'Karfreitagssituationen' verhaftet bleiben, sondern den Tod als Tor zum Himmel sehen sollten. Nach einem Rückblick auf das Leben Demmelers charakterisierte Endres auch dessen inneren Werdegang: Mit 'natürlicher Autorität', aber ohne 'über den Menschen stehen zu wollen', habe Demmeler zeitlebens den Menschen erklären wollen, 'warum es schön ist, ein Christ, ein Katholik zu sein'. Bei der Verkündigung der Frohen Botschaft habe er stets Kreativität bewiesen. Demmeler wollte, so Endres, gleichzeitig Bewahrer und Erneuerer sein, er 'war ein Mann der Mitte'. In seinem geistlichen Testament habe Demmeler überdies bescheiden die Bitte geäußert, nicht 'über seine Verdienste zu predigen' - auch auf Nachrufe wurde deshalb am Ende des Gottesdienstes verzichtet.

In der Kirche hatte der Buchloer Kirchenchor unter Leitung von Thorsten Schmehr die musikalische Gestaltung übernommen. Am Grab erwies die Stadtkapelle Buchloe unter Manfred Braun dem Verstorbenen musikalisch die letzte Ehre. Ein farbenfrohes Bild gaben bei frostigem, aber sonnigem Wetter die zahlreichen Fahnenabordnungen aus Buchloe und weit darüber hinaus ab. Die Böllerschützen aus Dietershofen verabschiedeten Demmeler mit Salutschüssen.

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