Ein Schwarzarbeiter namens Jim Knopf

Oberallgäu (sf). Schon wieder sind die Kemptener Staatsanwaltschaft und die Fahnder des Zolls einer Schwarzarbeiterfirma auf die Schliche gekommen. Der Transport-Unternehmer aus dem Landkreis Oberallgäu hatte sich dabei etwas Besonderes einfallen lassen, um die Fahrten seiner Beschäftigten zu verschleiern. In den Listen wurden die Männer teils unter Pseudonymen wie Jim Knopf oder Fidibus geführt. Der Firmen-Inhaber wurde zu einer Geldstrafe von 13000 Euro und zur Begleichung des Schadens in Höhe einer mittleren fünfstelligen Summe verurteilt. Ins Visier der Zoll-Fahnder des Sachgebiets Schwarzarbeit geriet die Firma, nachdem die Polizei gegen mehrere Fahrer des Transport-Unternehmens wegen Verkehrsdelikten wie Lenkzeit- oder Tempoüberschreitungen ermittelt hatte. Daraufhin nahmen die Zollbeamten die Firma genauer unter die Lupe und stellten fest, dass die Fahrer nicht richtig oder zum Teil gar nicht bei der Sozialversicherung gemeldet waren also schwarzarbeiteten. Das bestätigte sich, als die Fahnder das Unternehmen besuchten und die Personen überprüften: Einer der Fahrer nahm sofort Reißaus und flüchtete vom Firmengelände. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um einen Schwarzarbeiter, der laut Zoll beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet war und in vollem Umfang Arbeitslosengeld bezog. Insgesamt hatte er 11000 Euro vom Arbeitsamt kassiert, obwohl er im gleichen Zeitraum bei der Transportfirma vollzeitbeschäftigt war.

Mittlerweile verhängte das Amtsgericht gegen ihn einen Strafbefehl von 3300 Euro. Zudem muss er die 11000 Euro zurückzahlen. Doch das war nur die Spitze des Eisbergs, wie die Zollbeamten herausfanden. So wurden in 15 Fällen Leute schwarz beschäftigt, sozialversicherungsfreie Arbeitsverhältnisse für geringfügig Beschäftigte vorgetäuscht oder falsche Bescheinigungen für einen angeblichen Nebenverdienst mit zu niedrigen Gehältern ausgestellt. Um die wahre Identität der Schwarzarbeiter zu verschleiern, gab der Firmeninhaber in den Fahrt-Listen seinen Beschäftigten Pseudonyme wie Jim Knopf oder Fidibus. Wie er den Beamten erklärte, seien das die Spitznamen der Fahrer. Was bei Jim Knopf für einen Schwarz-Arbeiter ja auch passen würde. Eintrag ins Bundeszentral-Register Gegen den Inhaber des Unternehmens verhängte das Amtsgericht eine Geldstrafe von 13000 Euro. Und er muss die Abgaben, die er nicht an die Sozialversicherungsträger abgeführt hatte, zurückzahlen eine Summe in mittlerer fünfstelliger Höhe. Außerdem erhält er einen Eintrag in das Bundeszentral-Register. Das kann für Spediteure oder Kurierdienste, die sich eines Vergehens schuldig machen, gravierende Auswirkungen haben. Denn laut Zoll vergeben beispielsweise der Staat oder öffentliche Dienste ihre Aufträge nur an Firmen mit weißer Weste.

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