Ein Schuss vor den Bug

Weiler | ins | Die Marktgemeinderäte in Weiler-Simmerberg sind sich nicht einig, ob es richtig ist, Schüler der Volksschule zur Strafe im Bauhof einzusetzen. Wir fragten nach bei Rektor Walter Schäfer.

Herr Schäfer, wie oft passiert es, dass Schüler in den Bauhof abkommandiert werden?

Walter Schäfer: Im Jahr etwa zwei bis drei Mal. Heuer habe ich zwei im Bauhof gehabt.

Was haben sich solche Jugendliche denn geleistet?

Schäfer: Wenn sich jemand so grobe Sachen zuschulden kommen lässt, dass es mit einem verschärften Verweis nicht getan ist, gibt es eine Woche Schulausschluss. Der Disziplinarausschuss der Schule - er wird vom Vollkollegium gewählt - beschließt den Ausschluss. Danach wird das mit den Eltern besprochen. Um zu vermeiden, dass jemand eine Woche vor dem Fernseher hockt oder dem Computer, werden solche Schüler für eine Woche als Praktikanten zum Bauhof geschickt. Natürlich nur, wenn die Eltern einverstanden sind. Und ich habe Eltern, die sind begeistert davon, weil sie daheim auch Probleme haben. Konkret kann es um massive und laufend wiederholte Unterrichtsstörungen gehen, oder auch um Schlägereien. Auf jeden Fall keine Kleinigkeiten sondern grobe Verstöße. Das soll ein Schuss vor den Bug sein.

Und wirken solche Maßnahmen denn?

Schäfer: Sie wirken. Eine Mutter hat mir das erst heute bestätigt. Die Schüler wollen nach drei Tagen gerne wieder in die Schule und dort was schaffen. Es wirkt nachhaltig. Im angesprochenen Fall ging es um Neuntklässler. Wir müssen ja schauen, dass die nach ihrem Abschluss wissen, wie sie sich draußen zu benehmen haben. Das nehmen wir sehr ernst.

Gemeinderatsmitglieder sind der Meinung, für die Beaufsichtigung sei der Schulsozialarbeiter verantwortlich. Was meinen Sie dazu?

Schäfer: Bisher gab es mit der Beaufsichtigung kein Problem. 60 Schüler der achten Klassen sind drei Wochen bei Praktika in den Betrieben. Auch die Neuntklässler machen eine Woche Praktikum. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es gibt normalerweise keine Beschwerden. Die Jugendlichen müssen ja lernen, mit Erwachsenen zusammenzuarbeiten. Probleme gab es in dieser Woche zum ersten Mal. Ich habe das auch mit Herrn Merath besprochen. Unser Schulsozialarbeiter Herr Kramer hat einen Fulltime-Job hier im Haus. Der kann nicht einzelne Leute überwachen. Er hat wichtigere Aufgaben.

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