Seeg
Ein Pionier für den Tourismus in Seeg

«Er ist ein fast Vergessener», sagt Bert Wahl, Sprecher der Agenda 21 in Seeg. Die Rede ist von Ferdinand Musch. Er leistete Pionierarbeit im Seeger Fremdenverkehr und entdeckte eine der ergiebigsten Jodquellen Deutschlands. Musch starb am 29. Januar 1905 und hat morgen seinen 105. Todestag. Der gebürtige Kemptener kam 1882 als Leiter der Dorfschule nach Seeg und regte einige Neuerungen an: Jodquelle, Aussichtspavillon, Moorbad oder Dorfgestaltung - «Musch war ein weit voraussehender Touristiker», so Wahl. Doch der Lehrer hatte es nicht immer leicht.

Oft wurde er belächelt, etwa als er dem Rätsel um die «gesalzene Lache» nachging - eine Pfütze in der Moorlandschaft östlich vom Weiler Burk, zu der viele Wildpfade führten. Er wollte wissen, warum es die Tiere gerade zu diesem Tümpel zog. 1890 grub er dort mit seiner Schaufel herum, als er auf eine Quellfassung aus Eichenholz stieß. Die Quelle war offensichtlich schon einmal benutzt worden und dann in Vergessenheit geraten. Der Pädagoge ließ das Quellwasser untersuchen. Der Befund ergab, dass es sich um heilendes Jodwasser gehandelt hat. Musch kaufte den Boden der Quelle und versuchte, das Wasser zu vermarkten. Vergebens. Denn er fand kaum Investoren. Nach Muschs Tod verkauften die Erben die Quelle an die Bad Tölzer AG für 20000 Reichsmark, wodurch dieser Kurort letztendlich Weltruhm erlangte.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018