Füssen
Ein neues Kapitel im Omnibus-Streit

Trotz der Entscheidung des Stadtrates, gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg Berufung einzulegen (unsere Zeitung berichtete), tobt weiter der Streit um Reisebusse in Bad Faulenbach. Es drohe «Mord und Totschlag», formulierte es Dr. Anni Derday (Freie Wähler) im Kommunalparlament. Spinnefeind seien sich der Kläger gegen den Busverkehr und Vertreter des Europarkhotels.

Seit Jahren schwelt der Streit um die Zufahrt von Reisebussen nach Bad Faulenbach. Mehrere Hoteliers stufen die von der Stadt zwischen 7 und 22 Uhr erlaubte Zufahrt als existenzielle Notwendigkeit ein - viele andere Vermieter wehren sich vehement gegen Lärm und Abgase. Vier von ihnen zogen vor Gericht, einer bekam vor dem Verwaltungsgericht 2008 Recht. Dieses Urteil aber wird die Stadt anfechten.

Insbesondere zwischen dem Europarkhotel und dem Kläger hängt der Haussegen schief. Als der Mann nun Busse fotografierte, die direkt vor der Rezeption des Hotels ihre Gäste aussteigen ließen, wurde er von der Gegenseite verbal bedroht, sagte Derday. Sie bat darum, dass die Verwaltung schriftlich fixieren solle, dass die Busse auf dem Wendeplatz am Hotel halten müssen. Von dort sollten die Koffer mit einem großen Wagen zum Hotel transportiert werden.

Juristisch sei das nicht ganz so einfach, entgegnete Bürgermeister Paul Iacob. Denn es handele sich um ein privates Grundstück, auf dem die Busse jetzt vorfahren. Die kommunale Verkehrsüberwachung könne hier beispielsweise gar nicht eingreifen - ein Schriftstück über die Rechtslage werde man aber erstellen. Man könne wahrscheinlich nur über den Lärmschutz etwas tun - dann sei aber die Polizei gefragt.

Gleichwohl zeigte sich der Bürgermeister enttäuscht, dass vonseiten des Hotels nichts unternommen werde, um den Streit mit dem Nachbarn zu beenden. Hauptamtsleiter Andreas Rist versicherte, dass die Stadt in Gesprächen mit beiden Parteien versuchen werde, eine für alle tragbare Lösung zu finden.

Vonseiten des Hotels heißt es, dass man es bei mehreren Busbewegungen pro Tag logistisch gar nicht schaffen könne, Gäste und Gepäck immer auf dem Wendeplatz zu entladen. Zudem benötigten die Fahrer der Reisebusse nur fünf Minuten, um die Gäste an der Rezeption aussteigen zu lassen, das Gepäck zu entladen und dann Faulenbach zu verlassen. Gegen eines werde man sich aber vehement wehren: Dass ein Nachbar quasi als Hilfspolizist Gäste und Busse fotografiere - dies verletze die Persönlichkeitsrechte.

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