Lindenberg
Ein Kunstwerk in jedem Würfel

Auf den ersten Blick fühlt man sich an ein Überraschungsei erinnert: Eine äußerlich eher plumpe Hülle gibt nach einigem Knobeln und Basteln ein kleines Kunstwerk frei. Genau das passiert nämlich auch beim Erschaffen der Schneeskulpturen im neuen Lindenberger Stadtpark. Nur dass sich hier die Größenverhältnisse ein bisschen voluminöser darstellen und letztlich aus der Hülle selbst ein Kunstwerk entsteht. Sechs Steinmetze oder Steinbildhauer haben am gestern Vormittag angefangen, aus gepressten Schneewürfeln Kunstobjekte herzustellen, um sie am heutigen Winterfest (Start um 11.30 Uhr) Besuchern präsentieren zu können.

Bei Guenter, Daniel und Theresia Rauch ist es eine riesige Hand, die sich langsam aus den Schneemassen schält. «Wir nennen es Haiti-Denkmal. Die Brocken, die rund um die Skulptur auf dem Boden liegen sind durchaus beabsichtigt, denn sie symbolisieren die Trümmer der verwüsteten Inselhauptstadt», erläutert Daniel Rauch. Allerdings ist Vater Guenter mit dem Material nicht ganz zufrieden: «Der Schnee ist zwar arg verschmutzt, aber es geht schon», lautet sein Fazit.

Rene Geier aus Lindau hat einen großen Schneemannkopf mit aufgesetztem Zylinder in Bearbeitung. Für sein Team die perfekte Symbolik hinsichtlich des Lindenberger Winterfestes: einen Schneemann für den heutigen Wettbewerb, und ein Zylinder passend zur Hutstadt. Für ein Murmeltier hat sich Patrick Jürgens entschieden.

Der Weilerer arbeitet zum ersten Mal mit Schnee und kann dem Material durchaus etwas abgewinnen: «Es ist leicht zu bearbeiten, aber die Größe der Skulptur ist schon enorm.»

Frank Bergmann (Röthenbach) und sein Team haben sich für einen Buddha-Kopf entschieden. «Da arbeiten drei Leute zwei Tage dran», schätzt er. Ein abgefallenes Ohr bringt ihn aber nicht aus der Fassung: «Reparieren ist möglich - wir pappen das mit weichem Schnee wieder zusammen.»

Die Bildhauer Sebastian Müller und Kai Bollinger aus Kalzhofen schälen, kratzen und meißeln zwei ineinander verschlungene Fische aus ihrem Schneehaufen. «Ein Glücks- und Lebenssymbol», schieben die beiden als Erklärung nach. Bodenständiger geht es bei Pablo Garcia und Gerd Stöckel aus Weiler zu. Sie formen eine große, begehbare Burg für Kinder.

«Es ist so viel Monumentales um uns herum, und da beim Winterfest bestimmt auch viele Kinder vorbeischauen, bieten wir nicht nur etwas zum Anschauen sondern sogar zum Benutzen», so Stöckel.

Nach dem aktuellen Wetterbericht ist den Skulpturen zwar ein etwas längeres, eisiges Dasein beschieden, doch Daniel Rauch schränkt ein: «Länger als zwei Wochen geb ich dem Ding net.»

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