Marktoberdorf
Ein Kind macht Mut zum Leben

Mit gut besuchten Gottesdiensten feierten die Christen die Geburt Jesu. In der Stadtpfarrkirche St. Martin sagte Stadtpfarrer Wolfgang Schilling in der Christmette: «Das berühmteste Kind der Welt ist das arme Kind in der Krippe.» Der Glanz, der von diesem Kind ausgehe, überziehe jeden Menschen und gebe ihm dadurch seine Würde. «Gott verbindet sich mit uns», meinte der Priester, «wir brauchen deshalb die Hoffnung nicht aufzugeben, egal, wie die augenblickliche Situation aussieht.» Die Gotteskindschaft sei sein Geschenk an die Menschen und das mache Mut zum Leben.

Den Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag gestalteten Kirchenchor und -orchester von St. Martin unter der Leitung von Chorregentin Margit Sedlmair mit der Pastoralmesse von Karl Kempter.

Sorgsam mit Worten umgehen

Stadtpfarrer Schilling stellte den Anfang des Johannes-Evangeliums in den Mittelpunkt seiner Ansprache, in dem die Rede vom Wort ist, «das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat». Der Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz sei der Überzeugung gewesen, dass Gott dieses Wort nie zurücknehmen würde, «er will, dass dieses Wort bei uns ankommt». Worte können ermutigen, aufbauen, fuhr der Prediger fort, sie könnten aber auch entmutigen und sogar am Leben verzweifeln lassen. Mit Worten sollten nicht nur Informationen weitergegeben werden, nötig sei vielmehr ein sich Einfühlen in den Nächsten.

«Gehen wir sorgsam mit den Worten um, denn Worte können Menschen verwandeln», meinte Schilling. Gott sei mit seinem Wort immer bei uns. Die Christen hätten die Aufgabe, appellierte der Stadtpfarrer an die Gläubigen, «sein Wort zu verstehen, es aufzunehmen und an Menschen, die uns begegnen, weiterzugeben.»

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