Füssen
Ein junger Torhüter hält dem Druck stand

Andreas Jorde ist selbst ein wenig überrascht darüber, dass es bisher so gut läuft für ihn. Dabei ist der erst 18-jährige Torhüter des Eishockey-Oberligisten EV Füssen keiner, der sein Licht unter den Scheffel zu stellen braucht. Nicht viele Sportler in diesem Alter können von sich behaupten, bereits im zweiten Jahr zum Kader der ersten Mannschaft dieses Vereins zu gehören. Während der gebürtige Füssener mit der Trikotnummer eins bei den Punktspielen der vergangenen Saison jedoch ausschließlich auf der Bank neben der Bande Platz nehmen durfte, ist er seit gut drei Wochen sogar so sehr gefordert, dass ihm seine Mutter als ausgebildeter Mentalcoach phasenweise dabei helfen müsse, mit «dem großen Druck» umzugehen.

Nach der gestrigen Partie der Leoparden gegen den EC Peiting (Sport) hofft Jorde, dass er das Füssener Tor auch im Spiel am Sonntag beim EHC Klostersee um 17.30 Uhr wieder hüten darf. Daher möchte sich Jorde, der hauptberuflich gerade eine Ausbildung zum Werkzeugmacher absolviert und zudem auch noch in der Juniorenmannschaft der Leoparden mitmischt, auf keinen Fall über die riesige Nervenanspannung beklagen, der er bei den Spielen der Oberliga phasenweise ausgesetzt sei.

Vielmehr genießt er die momentane «Superzeit», die für ihn hauptsächlich wegen des Pechs eines Mitspielers angebrochen war.

Nachdem sich Füssens Stammtorhüter André Irrgang vor einigen Wochen eine Adduktorenzerrung zugezogen hatte, wurde Jorde im Spiel darauf beim EV Landsberg quasi «ins kalte Wasser geworfen», wie er selber erklärt. Und da er seine Sache beim 4:3-Sieg der Leoparden so gut gemacht hatte, schenkte Trainer Georg Holzmann dem 1,90 Meter großen Mann auch in der darauf folgenden Partie in Rosenheim das Vertrauen. Trotz der etwas unglücklichen 3:5-Niederlage des Altmeisters wusste Jorde dort ebenfalls zu überzeugen.

Sein bisher sicherlich größtes Erfolgserlebnis im Oberligatrikot des EV Füssen hatte der Fan des früheren tschechischen Weltklassetorhüters Dominik Haek dann allerdings vor einer Woche in der heimischen Halle eins des Bundesleistungszentrums. In der Begegnung gegen Deggendorf, die Füssen mit 5:0 gewann, gelang es dem jungen Torhüter sogar, seinen Kasten vollkommen sauber zu halten.

Kein Wunder, dass sich Jorde dies für das morgige Auswärtsspiel seiner Leoparden in Klostersee erneut wünscht. Und weil er eben keiner ist, der sein Licht unter den Scheffel zu stellen braucht, sondern selbstbewusst sein darf, ist er denn auch zumindest «optimistisch, dass wir gewinnen.»

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