Ein Herd für Keime und Ungeziefer

Kaufbeuren (fro). - Große Übereinstimmung herrschte vor dem Amtsgericht Kaufbeuren bei einem Verfahren wegen eines Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz: Gericht, Staatsanwaltschaft und selbst die Angeklagte waren sich einig, dass in dem Gastronomiebetrieb der Frau 'chaotische Zustände herrschten'. Allein die Höhe des Strafbefehls stand deshalb noch zur Debatte. Der hungernde Gast sei stehenden Fußes aus der Kneipe entflohen, nachdem er einen Blick in die Küche geworfen hatte: So seien die Schnitzel zwischen offenen Mülltüten geklopft worden. Es seien 'bestialische Zustände in der Küche gewesen'. So schrieb es zumindest der damalige Gast in einer Anzeige an das Veterinäramt Marktoberdorf. Das benachrichtigte daraufhin die Kaufbeurer Lebensmittelbehörde und die fand vor Ort die Küche der Kneipe in 'total verwahrlostem Zustand' vor. Überall hätten Speisereste gelegen oder sich dreckiges Geschirr gestapelt. Dazu 'roch es dumpf, modrig und faulig', so der Bericht der Behörde. Die Küche sei ein Herd für Ungezieferbildung gewesen. Die Angeklagte, die als Pächterin der Kneipe vor Gericht stand, gab zu, dass die Küche 'verhaut' ausgesehen hätte. Sie habe aber nur bedient und von Gastronomie eigentlich keine Ahnung. Die Konzession der Kneipe sei auf die Angeklagte gelaufen, weil ihr Lebensgefährte, der ansonsten in der Küche kochte, keine bekommen würde. Das Ganze wäre ihr 'peinlich, aber es war halt so'. Sie akzeptiere deshalb auch den Strafbefehl, bat aber ihre finanzielle Situation zu berücksichtigen, da sie nur als Aushilfs-Kurierfahrerin arbeite.

Kulanzentscheidung Die Staatsanwaltschaft hielt zwar den Strafbefehl aufrecht - allerdings zu verminderten Tagessätzen. Das Gericht dankte der Staatsanwaltschaft, dass sie auf die Beweisaufnahme und vor allem den dazu vorliegenden Fotos verzichtet hatte. Die Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 700 Euro, zahlbar in Tagessätzen zu 10 Euro verurteilt. Das sei eine Kulanzentscheidung, so der Richter. Würde die Angeklagte nicht sporadisch für wenig Lohn arbeiten, sondern sich um eine richtige Arbeit kümmern, könne sie das Geld schnell zurückzahlen. Allerdings sollte sie nicht mehr als Wirtin arbeiten, empfahl das Gericht. Vor dem Kadi

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