Oberstdorf / Bad Hindelang
«Ein Haus kann eine Maschine sein, die Energie erzeugt»

Der Grundwert Nachhaltigkeit müsse in allen Bereichen Basis des Handelns sein: Dies betonte Ludwig A. Soukup, Geschäftsführer des Bad Hindelanger Unternehmens «Baumit GmbH», gestern bei der Eröffnung des Allgäuer Baufachkongresses in Oberstdorf. Nachhaltigkeit und Energie ist während der drei Kongresstage nur ein Schwerpunkt: Am heutigen Donnerstag werden sich zahlreiche Vorträge um Modernisierung drehen und am Freitag schließlich geht es vor allem um den Bereich Vermarktung.

Gäste kommen bis aus Australien

Zum neunten Mal organisiert Baumit inzwischen den Fachkongress. Mit täglich rund 1000 Besuchern erreicht das Unternehmen heuer eine Rekordbeteiligung. Sogar aus Australien seien Gäste angereist, informierte Moderatorin Marion Matschoß. «Nutzen Sie den Kongress, um Informationen zu sammeln, mit Fachpublikum zu diskutieren und Problemstellungen zu erörtern», forderte Geschäftsführer Soukup die Teilnehmer auf. Den Gedankenaustausch innerhalb der Baubranche zu fördern und intelligente Netzwerke zu knüpfen, sind ganz zentrale Ideen der Veranstaltung.

Und so ging es im Eröffnungsvortrag heuer um ein ganz spezielles Netzwerk: das Gehirn. Professor Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, erläuterte anschaulich und unterhaltsam, wie das menschliche Gehirn arbeitet. Man könne selber für den richtigen Umgang mit dem Gehirn sorgen - aber nur, wenn man es kennt», betonte der Referent. Und veranschaulichte das so: «Sie bleiben Herr im Haus, wenn Sie das Haus gut kennen.» Forschungen hätten zum Beispiel ergeben: Wer unter Angst lerne, verspüre beim Wissensabruf automatisch auch Angst - und die wiederum verhindere Kreativität. Mit nachhaltiger Entwicklung und globalen Herausforderungen befasste sich im Anschluss Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung und Mitglied des Club of Rome.

Explosives Bevölkerungswachstum

Der Referent skizzierte die Entwicklung der Menschheit von der Steinzeit bis heute, um das Hauptproblem herauszuarbeiten: das explosive Wachstum der Weltbevölkerung, die bis 2050 wohl auf zehn Milliarden angestiegen sein wird. Menschen strebten Wohlstand an - und Wohlstand bedeute Ressourcenverbrauch. Wichtig sei, das Klimaproblem weltweit als solches zu verstehen.

Und: «Wenn wir nachhaltig werden wollen, muss etwas im Bausektor passieren», so der Experte. Daraus ergäben sich bei richtiger Platzierung durchaus Chancen: «Ein Haus, das richtig gebaut ist, kann eine Maschine sein, die Energie erzeugt, statt Energie verbraucht», betonte der Universitätsprofessor. »Allgäu-Wirtschaft

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