Ein ganz schön lauter Leisetreter

Josef Rekla veröffentlicht den dritten Band seiner Autobiographie Oberstaufen (dj). Seine Sprache ist einfach und klar, seine Geschichte ist erschütternd. Unter dem etwas befremdenden Titel 'Der Leisetreter' veröffentlichte der gebürtige Oberstaufener Josef Rekla den dritten und vorläufig letzten Band seiner Autobiographie - einer Geschichte voller kleiner und großer Schicksalsschläge.

Nach 342 Seiten ist das Buch zu Ende und man beginnt zu sinnieren: Was ist dieser Josef Rekla für ein Mensch? Ein vom Schicksal gebeutelter Mensch, der auch im dritten Band mit sich, seinem Mitmenschen und dem Leben hadert. Und den das Leben krank macht: Psychosomatische Probleme, Bauchdeckenbruch, Polyp im Darm, Nierenzysten. Ein Mann, der sich missverstanden fühlt, der permanent aneckt mit Schwestern und Patienten im Krankenhaus, mit Arbeitskollegen im Malerbetrieb, mit Sangesbrüdern im Verein, sogar mit dem Bürgermeister, wobei er mit Worten wie 'kleiner Giftzwerg' und 'hinterfotziger, neidischer Satansbraten' aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Ein ums andere Mal verflucht er seine Mitmenschen als 'abnormale Menschensorte, hinterfotzige, verlogene, unfähige menschliche Stümper.' Da heißt es, tief durchatmen. Hat sich denn alles und jeder gegen Josef Rekla verschworen?Josef Rekla ist heute 66 Jahre alt. Sein erstes Buch 'Mir wurde nichts geschenkt' erschien 1999 im Selbstverlag. Band zwei folgte 2001 'Das heiße Blech'. Und jetzt kam eben Band 3 'Der Leisetreter'. Dabei ist Rekla kein Leisetreter. Er sagt, was er meint, geht geradlinig seinen Weg, auch wenn er unangenehm ist. Seine Schicksalsschläge nimmt er an - nicht kritiklos, aber ohne einmal bei sich selbst die Schuld zu suchen. 'Wenn nur jeder meiner Mitmenschen mit so viel Menschlichkeit und Tatkraft ausstaffiert wäre wie ich, dann gäbe es unter den Menschen nicht so viel Neid und Gehässigkeit', schreibt er. Doch Rekla ist auch ein Stehaufmännchen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin zog er nach vielen Jahren wieder nach Oberstaufen und begann seine Autobiographie zu schreiben. Josef Rekla. Der Leisetreter. Sie urteilten ohne zu wissen, 342 Seiten. ISBN 3-00.011992-2. 13,50 Euro.

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