Landsberg / Buchloe
Ein Fußtritt gegen die Schranke kostet 500 Euro

Im Schnitt drei bis vier Mal im Jahr werden die Schrankenanlagen in den Tiefgaragen der Stadt mutwillig zerstört. Ein Täter benutzte dazu sogar einen Hammer, wie Norbert Köhler, der Leiter der Städtischen Werke sagt. Vor dem Landsberger Amtsgericht musste sich jetzt ein 48 Jahre alter Mann aus Buchloe verantworten, der Mitte April die Schranke der Ausfahrt der Schlossberggarage per Fußtritt beschädigt hat. Den entstandenen Schaden von 250 Euro hat er längst beglichen. In der Verhandlung einigten sich Staatsanwaltschaft und Verteidiger Joachim Feller auf eine Geldstrafe in Höhe von 250 Euro. Wie der Angeklagte sagte, habe er bei einem Bekannten in der Landsberger Innenstadt übernachtet. Am Morgen sei er mit Atembeschwerden aufgewacht. Daher brach er früher als geplant nach Hause auf, um dort ein Spray gegen sein Asthma zu benutzen. Als er gegen 6.15 Uhr die Tiefgarage verlassen wollte, spuckte der Automat die Karte wieder aus.

Der Mann versuchte es ein zweites Mal - ohne Erfolg. Daraufhin sei er ausgestiegen und habe versucht, die Schranke nach unten zu drücken. Dadurch riss das Halteseil und der vordere Teil der Schranke hing herunter. Nun trat er mit dem Fuß dagegen und knickte die Schranke endgültig ab. Danach ging er zum Auto und fuhr nach Hause.

Die Aktion wurde auf Video aufgenommen. Über die Polizei veranlassten die Städtischen Werke eine Überprüfung des Halters des Fahrzeugs. So wurde auch die Polizei auf den 48-Jährigen aufmerksam. Denn die Städtischen Werke haben laut Köhler keinen Strafantrag gestellt, da der Schaden nach Eingang der Rechnung bezahlt worden sei. Zudem habe sich der Verursacher bereits am Tag nach der Aktion bei den Städtischen Werken gemeldet. Warum überhaupt Strafantrag gestellt wurde, fragte Verteidiger Joachim Feller aus Landsberg.

Dass das Halteseil der Schranke beim Drücken nach unten gerissen ist, sei nicht das Verschulden des Angeklagten gewesen.

Ob der 48-Jährige den Knopf für den Notruf betätigt hatte, wurde in der Verhandlung nicht geklärt. Wie Norbert Köhler sagt, hat der Mann den Notruf nicht genutzt. Dann wäre er nämlich mit einem Mitarbeiter der Würzburger Verkehrsbetriebe verbunden worden, der ihm vielleicht hätte weiterhelfen können. Denn wie in der Verhandlung deutlich wurde, sei die Parkkarte nicht angenommen worden, weil sie verschmutzt oder geknickt war. Die Tiefgaragen werden untertags von der Zentrale in der Schlossberggarage betreut. Von 19.15 bis 6.30 Uhr werden die Nutzer mit den Kollegen in Würzburg verbunden, so Köhler. Verteidigung und Staatsanwaltschaft einigten sich darauf, das Verfahren gegen eine Geldauflage in Höhe von 250 Euro einzustellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019