Ein Fest für vier Jahrhunderte

Kaufbeuren(mab). - Mit einem Jubiläumsgottesdienst und einem anschließenden Fest begann die Gemeinde der evangelischen Dreifaltigkeitskirche ihre noch Monate laufenden Feierlichkeiten anlässlich des 400-jährigen Bestehens des Gotteshauses in der Kaiser-Max-Straße. Zu dem Fest war eigens Regionalbischof Dr. Ernst Öffner aus Augsburg angereist, der auch die Festpredigt hielt. Bei einem Empfang im Rathaus trugen sich Öffner und der evangelische Stadtpfarrer Peter Morgenroth auf Wunsch von Kaufbeurens Oberbürgermeister Andreas Knie in das Goldene Buch der Stadt ein (wir berichteten kurz). Öffner dankte beim Empfang im Rathaus für das 'Miteinander von Kirchen und der Stadt in Kaufbeuren'. In Kaufbeuren habe es schon seit reichsstädtischer Zeit immer viele Bürger gegeben, die sich dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlten. Er nannte in diesem Zusammenhang Matthias Lauber, Christoph Friedrich Heinzelmann (der einen Teil seines Ertrages aus dem Baumwollgeschäft immer für soziale Zwecke ausgab) oder Sophie von La Roche. Das sei nicht selbstverständlich. 'Die Zwillingsschwester der Freiheit ist die Verantwortung', so Öffner. Niemand könne aber zur Arbeit für das Gemeinwohl verpflichtet werden. Zitat Die Zwillingsschwester der Freiheit ist die Verantwortung.} Regionalbischof Dr. Ernst Öffner 'Wo liegt aber das Motiv für solche Arbeit?', fragte der Regionalbischof. 'Es kann nur etwas sein, dass größer ist als wir selbst.' Für ihn liegt das Motiv im Glauben. Im Rathaus betonte Stadtpfarrer Morgenroth, dass 'unsere Kirchen kulturelle Räume sind - im Gegensatz zu einer Kultur maßloser Banalität' dieser Tage. Rund 470000 Euro seien allein für die Renovierung des Innenraumes, die sich über rund drei Jahre hingezogen habe, ausgegeben worden. Nach wie vor klaffe eine Finanzierungslücke von 60000 Euro. 'Es ging darum, einem altehrwürdigen Kirchenraum die Würde zu erhalten', so Morgenroth weiter. Das sei durch die Leistung sehr vieler Menschen möglich geworden. Als 'unvergessliche Geste' bezeichnete er, dass sich unter anderem auch das Kloster der katholischen Franziskanerinnen mit einem großen, symbolischen Betrag an der Renovierung beteiligt habe. In Massen waren dann viele Christen (auch des katholischen Bekenntnisses) zum Jubiläumsgottesdienst erschienen. Die Kantorei der Dreifaltigkeitskirche gab mit Unterstützung der Blechbläser und Percussion eine äußerst bewegende Vorstellung des 'Gloria' von John Rutter. 'Natürlich kann man leben ohne Gott', so Öffner in seiner Festpredigt. 'Natürlich lebt aber auch ein Hund oder ein Rindvieh.' Zitat Die Schwestern des Franziskanerinnen-Klosters beteiligten sich an der Renovierung mit einer großen, symbolischen Spende. Das ist eine unvergessliche Geste.} Peter Morgenroth, evangelischer Stadtpfarrer der Dreifaltigkeitskirche Trotz Mangels (vor allem an Geld) habe man in Kaufbeuren die Renovierung geschafft - 'weil viele halfen.' Er verglich diesen Kraftakt mit der Speisung der 4000 durch Jesus. 'Die Menschen überwinden ihre Angst, zu kurz zu kommen und lernen zu teilen - und deshalb werden alle satt', deutete der Regionalbischof.

'Bewegend für mich' '400 Jahre lang ist Gottes Wort hier treu verkündet worden', so der katholische Stadtpfarrer Adolf Nießner. 'Es ist bewegend für mich, dass ich hier im Namen der katholischen Gemeinden gratulieren darf.' Er hofft, dass katholische und evangelische Christen in Kaufbeuren auch weiterhin ihren Weg so gut miteinander gingen, sagte Nießner unter großem Applaus. Oberbürgermeister Knie betonte, dass er das Gefühl habe, Katholiken und Evangelische würden in Kaufbeuren immer näher zusammen rücken. 'Und das ist gut so.' Er nehme dieses 400-jährige Jubiläum der Dreifaltigkeitskirche 'als Symbol für den Aufbruch in unserer Bürgerschaft - in eine friedvolle Zukunft', sagte der Oberbürgermeister ebenfalls unter großem Applaus. Nach dem Jubiläumsgottesdienst fand in der Passage zur Ludwigsstraße (wohin die Feierlichkeiten wegen Regens verlegt worden waren) ein ungezwungenes Fest statt. Besonderes Interesse fand dabei Gerhard Glüder, der Silbermünzen mit historischer Stadt- und Kirchenansicht mit Hammer und Amboss prägte. Diese können bei der Sparkasse Ludwigstraße und den Juwelieren Hummel und Friedrich erworben werden. Der Erlös dient der Renovierung.

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