Ein Fest für den Lord

Von Anna Köhl Oberstdorf Mit dem Gospelchor wird jeder Gottesdienst zu einem großen Fest. Während der Auslegung des Evangeliums beginnt der religiöse Gesang in Form des Rufens und Antwortens. Zumindest unter den schwarzen Bewohnern Nordamerikas wird es so gepflegt. In der katholischen Kirche Oberstdorf war es jedoch an einem Abend ganz ähnlich. Die Besucher stimmten durch Klatschen in die Gesänge des Walser Gospelchores ein, und hie und da hörte man sogar eine Stimme. Freilich wäre ohne Chorleiter Michael Hanel die Stimmung nicht so schnell gestiegen. Aber der temperamentvolle Musiker hatte Chor und Publikum ganz auf seiner Seite. Zum Benefizkonzert This little light of mine hatte die Kolpingfamilie Oberstdorf eingeladen und der Erlös in Höhe von 1500 Euro ist wieder für die indischen Freunde bestimmt. Verschiedene Sammlungen ergaben bisher schon die Möglichkeit, eine stattliche Anzahl Häuser im fernen Land zu bauen. Und nach dem ersten Teil des Konzertes konnte der hohe Gast aus Indien, Nationalpräses Victor Santiago, seinen Dank bekunden.

Trotz Sprachbarrieren wurde der charismatische Leiter der indischen Freunde der Kolpingfamilie gut verstanden, als er von den etwa 1800 Mitgliedern erzählte: In Indien leben die Menschen im Vertrauen auf die Zukunft, im Vertrauen auf Gott. Mit viel Gefühl Und Michael Hanel hatte genau das richtige Gespür für den Abend. Denn mit sicherer Hand suchte er die passenden Stücke aus: My Lord, what a morning. Was für ein Morgen, wenn die Sterne fallen erzählt davon, was wir erwarten können, wenn wir gläubig sind. Die Gospelgesänge erzählen immer von dem Lord, dem hohen Herren, dem Glauben und der Liebe. Die Interpretationen der 35 Sängerinnen und Sänger, die seit 1995 zusammen sind, wurden mit viel Gefühl und Verve präsentiert. Angefeuert durch den Chorleiter, der regelrecht zum Takt tanzte, standen auch Spirituals wie Wade in the water und Steal away oder Down by the riverside auf dem Programm. Als Solistin trat Tanja Diebold auf, die mit ihrem Soul-Repertoire auch die Rolle der Vorsängerin übernahm. Besondere Highlights gab es im zweiten Teil des Abends, als Michael Hanel selbst zum Mikrofon griff: Let there be peace on earth, gesanglich einwandfrei und mit viel Hingabe präsentiert. Dazu einfühlsam begleitet von Joe Klimek am Klavier. Und natürlich immer wieder der Chor, der jede Stimmung aufnahm, umsetzte und mit Begeisterung gehört wurde.

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