Kaufbeuren
Ein erster Rapport aus Berlin

Zum nunmehr vierten Neujahrsempfang hatte die Kaufbeurer CSU in den Kolpingsaal geladen - und ihr Vorsitzender Stephan Stracke, seit Herbst vergangenen Jahres zugleich Bundestagsabgeordneter für den Stimmkreis Ostallgäu in Berlin, sah sich deshalb berechtigt, inzwischen schon von einer Tradition sprechen zu können. Den zahlreichen Gästen aus der Partei sowie aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem Vereinsleben der Region gab er einen Überblick über seine ersten Eindrücke als Parlamentsneuling in der Bundeshauptstadt. «Spannend» sei die Zeit bislang gewesen. Schließlich wurde schnell CDU-Verteidigungsminister Jung gegen den CSUler Freiherr zu Guttenberg ausgetauscht. Das Thema Afghanistan sei bedeutend, Stracke schätzt, dass das deutsche Engagement dort wohl noch fünf Jahre dauern werde.

Mit einem gewissen Stolz verwies der Abgeordnete auch auf das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, dass er bereits mitbeschlossen hat. «Es setzt Impulse für das Wachstum. Jeder etwa, der Kinder hat, erhält mehr Geld.» Und dass das Gesetz der Hotellerie zugute kommt, müsse gerade aus Allgäuer Perspektive als Fremdenverkehrsregion positiv bewertet werden. Weitere Steuerentlastung, wie von der FDP gefordert, müssten aber maßvoll erfolgen. Bayern sei trotz Krise ein starkes Land, darauf könne man durchaus stolz sein. Mit diesem Grundoptimismus, so bat er, solle jeder ins neue Jahr starten.

Strackes Parteifreund, Oberbürgermeister Stefan Bosse, stellte die Situation der Stadt dar. Größere Steuerentlastungen seitens des Bundes seien nicht vertretbar, da sie auch die Einnahmen der Kommunen schmälerten. 27 Millionen Euro Schulden habe die Stadt Kaufbeuren momentan. 13 Millionen Euro wurden in seiner Amtszeit abgebaut, aber eine Neuverschuldung bis maximal 40 Millionen Euro könne kommen und sei auch vertretbar.

Die neue Fachhochschule in der ehemaligen Neurologie komme inzwischen bei den Studenten bestens an, führte Bosse weiter aus. Er wolle auch weiter versuchen, Projekte in die Stadt zu bringen.

Die Firma Hawe Hydraulik, die in Kaufbeuren ein Produktionswerk mit mehreren hundert Arbeitsplätzen errichten wolle, habe sich wegen der Wirtschaftskrise «zwei Jahre Auszeit» genommen.

Bosse sah trotz der Steuerausfälle optimistisch in die Zukunft. «Wir müssen wieder ins Mittelfeld vergleichbarer kreisfreier Städte kommen und können nicht immer nur von Schlüsselzuweisungen leben, auch wenn uns diese 12 oder 13 Millionen Euro vom Freistaat gut tun.» Aber Kaufbeuren müsse «weg vom Tropf» der öffentlichen Hand, so der Oberbürgermeister unter Applaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019