Ein Abend mit Kant, Platon und Goethe

Memmingen/Böhen (pak). - 'Goethe sagte einst: Es genügt nicht nur zu wissen, man muss es auch wollen. Und es genügt nicht nur, es zu wollen, man muss es auch tun.' Bürgermeister Josef M. Lang beendete mit diesem Zitat seine Glückwünsche für die 63 Abiturientinnen und Abiturienten des Vöhlin-Gymnasiums, die bei einer mehrstündigen Feier am Wochenende in Böhen ihre Zeugnisse entgegen nahmen. In die Zukunft blickte Brigitte Hefele-Beitlich, Vertreterin des Elternbeirates: 'Durch das Abitur habt Ihr eine gewisse Reife erlangt. Plant aber auch Fehler mit ein, denn jeder macht Fehler. Doch daraus zu lernen, steigert die Reife.' Ursprünglich hatte sie als Thema ihrer Rede einen Vergleich mit der Fußball-Europameisterschaft gewählt. 'Ich hätte von einer jungen, viel versprechenden Mannschaft erzählen können, die Anpfiff und Anstoß erlebt, Abseits, Verlängerung oder das Punktesammeln für den Sieg', so Hefele-Beitlich. Dieser Einstieg schien ihr aber nicht mehr passend. 'Denn Ihr habt im Gegensatz zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft alle Euer Abitur bestanden und allen Grund, darauf stolz zu sein.' Jahrgangsbeste waren Laura Marschner und Dominik Schneidawind, die beide einen Notendurchschnitt von 1,1 erreichten, gefolgt von Simone Ebner (1,3) und Florian Stempfle (1,5). Auch Schulleiter Gerhard Hacker griff bei seiner Verabschiedung auf bekannte Menschen und Zitate zurück: 'Wer zu den Quellen des guten Lebens möchte, muss es auch wagen, gegen den Strom zu schwimmen.

Das sagte Platon.' Damit wünschte er den Schülern für ihr weiteres Leben, 'dass Sie immer auf der Hut vor geistiger Bequemlichkeit sind, dass Sie immer alles Notwendige unternehmen, um Änderungen zu erreichen und dass Sie zeitlebens den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen'. Er würdigte auch einige Schülerinnen und Schüler, die sich an Projekten außerhalb des Unterrichtsgeschehens beteiligten: Etwa die Redaktionsgruppe für das Jugendprogramm 'Sendereif' von Radio Prima 1, die eine Hörspiel-Produktion schuf, die bayernweit beachtet und geehrt worden sei. Oder auch die Musikanten, ebenso wie die Theater-Spieler und die Vertreter der Schülermitverwaltung. Zum Abschluss seiner Rede zitierte Hacker wieder. Diesmal Immanuel Kant. 'Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.' Dieses Kant-Zitat betrachtete Gerhard Hacker als 'wegweisendes Abschiedswort' für seine Abiturientinnen und Abiturienten. Dass der Weg durch die neun Jahre Gymnasium nicht immer leicht war, ließ Kollegstufensprecherin Laura Marschner in ihrer Rede erkennen. 'Wir sind in dieser Zeit aber erwachsen geworden.' Auch das Abitur sei in Lichtgeschwindigkeit näher gerückt. 'Nach vier Wochen Abitur-Prüfungen waren wir fertig. Auch mit den Nerven.' Trotzdem sei es eine schöne Zeit gewesen, 'die wohl keiner von uns vergessen wird'. Laura Marschner blickte der Zukunft zuversichtlich entgegen: 'Wir brauchen davor keine Angst zu haben. Ich bin gespannt, was aus uns wird.'

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