Kempten
«Echte zweite Chance» auf einen Beruf

Fünf Monate läuft es inzwischen: Das Modellprojekt, bei dem Hauptschüler eine neue Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten sollen. Und tatsächlich, so berichtete Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit, sind bereits zwei Jugendliche in Ausbildungen vermittelt worden. Allerdings: Eine Schülerin hat das Handtuch geworfen und nimmt nicht mehr an dem Projekt teil. Damit werden derzeit 37 Hauptschüler in zwei Klassen fit gemacht für einen Schulabschluss und den Arbeitsmarkt.

Wie mehrfach berichtet, hatte Kempten kurz vor Beginn des aktuellen Schuljahrs den Zuschlag für das Modellprojekt erhalten. Kempten und Memmingen sind die einzigen schwäbischen Teilnehmer an dem bayernweiten Versuch. Das Projekt richtet sich zum einen an Wiederholer der Abschlussklassen und zum anderen an Hauptschulabgänger (mit und ohne Abschluss), die keine Lehrstelle bekommen haben. Sie werden abwechselnd von Lehrern der Robert-Schuman-Schule und der Berufsschule unterrichtet. An zwei Tagen in der Woche absolvieren die Jugendlichen Praktika.

Räume renoviert

Manche Schüler, so Rektor Herbert Rotter (Robert-Schuman-Schule) habe man allerdings erst innerhalb der Klasse fit machen müssen, bevor man sie in Praktikumsbetriebe schicken konnte. Dazu renovierten die Jugendlichen unter Anleitung einer Malermeisterin die Streetwork-Räume in der Allgäuhalle.

Etwa die Hälfte der Projektschüler, schätzt Rotter, wird in einigen Monaten tatsächlich einen Qualifizierenden Hauptschulabschluss in der Tasche haben. Und etliche weitere könnten anschließend immerhin den Hauptschulabschluss vorweisen. Dem Projekt vorausgegangen war ein Auswahlverfahren, da sich weit mehr Schüler beworben hatten, als letztendlich aufgenommen werden konnten.

«Dieses Projekt ist sicher eines der wichtigsten in den vergangenen Jahren», unterstrich Schulrat Hans Fasser. Immerhin bekämen Problemjugendliche eine «echte zweite Chance». Deshalb hoffe man, das Projekt möglichst lange fortsetzen zu können. Dazu finde in diesen Tagen ein Austausch mit der Regierung von Schwaben statt, die derzeit die Erfahrungen der Modellstädte sammle.

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