Drei sind einer zu viel im Ehebett

Von Rosemarie Schwesinger Sonthofen Der Grundidee Frau ertappt Ehemann in flagranti und noch dazu mit einem männlichen Wesen mangelte es durchaus nicht an Witz und Pikanterie. Aber was der bewährte Komödienschreiber Marc Camoletti da mit seinem Boulevard-Stück Flitterwochen zu Dritt in langatmigen Sequenzen zur Feder ließ und was jetzt in einem Gastspiel des Kleinen Theaters Bad Godesberg im Haus Oberallgäu in Sonthofen aufgeführt wurde, war schlicht zum Gähnen langweilig!Zwei spärlich bekleidete Männer Die Story ist rasch erzählt: Eigentlich war alles ganz in Ordnung im (Ehe)-Leben von Andre und Agnes. Bis letztere wegen des verpassten Fliegers von einer Geschäftsreise früher nach Hause kommt und sich dort mit einer bizarren Szenerie konfrontiert sieht. Nicht genug, dass im noblen Ambiente (mit leicht erotischem Flair treffend ausgestattet von Charles Copenhaver) ein heilloses Durcheinander herrscht und der Ehemann sturzbetrunken ist da tänzelt auch noch ein sehr spärlich bekleideter Mann aus dem Bad via Schlafzimmer. Eine unmissverständliche Situation! Zwei leichtgeschürzte Männer nach offensichtlich wilder Party das riecht nach Ehebruch der besonderen Art. Für Agnes ist der Fall zwar unbegreiflich, aber sonnenklar.

Aus diesen pikanten Ingredienzien hätte sich ein durchaus spritziger (Komödien)-Cocktail mixen lassen. Stattdessen erschöpfte sich das Ganze in ermüdenden und gestelzten Dialogen, denen auch Horst Janson und Ingeborg Meyer kein Leben einhauchen konnten. Das einzige komödiantische Highlight ließ der trefflich agierende Michael Griem in der Rolle des schwulen (einsamen) Lebenskünstlers, Tänzers und Feinschmeckers Albert aufblitzen. Den nahm sich schließlich Agnes listig zur Brust, um ihn ans andere Ufer (in diesem Fall zum Weibe) zu locken. Was zur Folge hatte, dass sich die Eingangs-Szene mit verändertem Rollenspiel wiederholte: (zuvor in die Wüste geschickter) Ehemann kommt reuig heim, findet Frau mit anderem Mann (und einstigem eigenen Bett-Nachbar) in leichtbekleideter trauter Zweisamkeit und so weiter. Mäßig unterhaltenes Publikum Aber hier wie da war nichts passiert in Richtung vollzogenem Seitensprung weshalb sich schlussendlich alles in Wohlgefallen auflöste und das mittlerweile emotional eng verbandelte Trio zu gemeinsamen Flitterwochen aufbrach. Der Applaus des mäßig unterhaltenen Publikums galt vor allem Albert (alias Michael Griem), der diesen Part mit einer Mischung aus grotesker Überzeichnung und Herzblut spielte.

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