Dorferneuerung in schwieriger Zeit

Roßhaupten/Auerbergland (pas). - Im Herbst 2003 noch wegen Mangel an Interesse abgesagt - im Frühjahr 2004 gleich dreifach belegt. Die Rede ist von einem Ein-Tages-Seminar an der Schule der Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten. Thema: 'Gemeindeentwicklung in schwieriger Zeit'. Statt der vorgesehen 40 sind es nun 120 Teilnehmer, die sich morgen damit beschäftigen, wie sie für ihre Gemeinden noch etwas Gutes tun können. Über 100 von diesen 120 Teilnehmern sind Bürgermeister, die nun bei den Etat-Beratungen jeden Cent brauchen. Das ist auch nach Ansicht der Dorferneuerungs-Experten wie Heimo Schmid und Rudolf Zündt, Bürgermeister von Bernbeuren und Roßhaupten im Auerbergland. Die Ausschreibung für dieses Seminar blieb genau gleich. Beide vermuten jetzt, dass bei den Vorberatungen zu den Gemeindehaushalten 2004 vielen Bürgermeistern klar geworden sei, dass die schmerzhaft schlechten finanziellen Verhältnisse der Gemeinden neue Lösungen erfordern. Beide Bürgermeister, treten bei diesem Seminar als Referenten auf. Sie stellen die Erfolge ihres Gemeindeverbundes Auerbergland vor. 'Das Auerbergland wurde vom Freistaat als der älteste, gebietsübergreifende Gemeindeverbund dafür ausgewählt. Wir haben mit unserem Zusammenschluss damit die meiste Erfahrung', begründet der Vorsitzende von Auerbergland, Heimo Schmid. Rudolf Zündt als zweiter Vorsitzender ergänzt: 'Wir schauen seit mehreren Jahren schon über unsere Ortsgrenzen hinaus. Wir haben gelernt, dass die Zusammenarbeit viele Vorteile bringt. Und wir lernen auch gern von den Erfahrungen anderer'. Das ist auch das wesentliche Ziel dieses Seminars: Die Bereitschaf wecken sich, enger zusammenzuschließen und besser mit Nachbargemeinden zusammenzuarbeiten. Dabei ist es notwendig, dass zweifach Grenzen überschritten werden. Zuerst die gefühlsmäßigen Grenzen zwischen den Gemeinden, die oft noch 'traditionell' und zu dominant sind. Zum zweiten Verwaltungsgrenzen, die gemeindliche und staatliche Regelungen oft noch vorgeben, die aber von der Realität aber schon längst überholt wurden. Schwierige und Geduld erfordernde Aufgaben. Doch: 'Ohne Kooperation geht in Bayern nichts mehr', fasste Schmid diesen schwierigen Komplex zusammen. Er wird die vielen Möglichkeiten, über die eigenen Grenzen hinaus zu denken, in seinem Referat aufzeigen. Immerhin stehen allein im Förderprogramm Leader+ rund 56 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung. Diese Summe steht für alle Projekte in den ausgewählten Leader-Gebieten für die Jahre 2000 bis 2006 bereit. Vorschläge für solche Projekte können die Gemeinden also noch bis zum 31. Dezember 2006 stellen.

Über 18 Millionen Euro Zusätzlich fördert das bayerische Dorferneuerungsprogramm kommunale Projekte. Wie das funktioniert zeigen die beiden Referenten auf. Immerhin konnte allein für die elf Gemeinden des Auerberglandes für den Zeitraum 2000 bis 2006 rund 16,5 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm und 1,8 Millionen Euro aus Leader+ budgetiert werden. 'Rechnet man dazu die mindestens 50 Prozent betragende Eigenbeteiligung der Gemeinden, dann bedeutet das eine erhebliche Wertschöpfung für das Auerbergland. Und davon profitieren letztlich alle Gemeinden', hob Schmid hervor. Diese Beträge dienen dazu die Probleme der ländlichen Region Auerbergland zu mildern. Diese sind ähnlich wie in anderen Regionen: Strukturwandel in der Landwirtschaft, Kaufkraftabfluss, Wirtschaftsentwicklung und Tourismusentwicklung.

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