Dorferneuerung: Der Grundstein ist gelegt

Kleinkitzighofen/Lamerdingen (ofr). - Der Grundstein für die Lamerdinger Dorferneuerung ist gelegt. Bei der Gründungsversammlung im Bürgerhaus Kleinkitzighofen konnten sechs Arbeitskreise ins Leben gerufen werden, die sich in den nächsten Jahren um die Verbesserung der Lebensqualität in Lamerdingen und in den Ortsteilen kümmern wollen. Ziel ist eine 'lebenswerte Gemeinde'. Folgende Arbeitskreise (AK) gehen an den Start: Geschichte/Brauchtum/Chronik, Jugend, Soziales/Kirche/Vereine, Ortsgestaltung/Verkehr/Ortsplanung, Landwirtschaft/Landschaft/Ökologie und Gewerbe/Dienstleistung. Wie ein Arbeitskreis funktionieren kann, zeigte Christine Linder, die die Moderation des Abends übernommen hatte, am Beispiel des AK Jugend: Angefangen bei der reinen Ideensammlung - wie etwa für eine Skaterbahn, einen Jugendtreff oder eine Internet-Stube, in der auch die Senioren zum Surfen vorbeischauen -, wird nach und nach ein Aktionsplan erstellt. Er klärt Fragen wie: 'Wer macht was, mit wem, bis wann?' Als Idealbesetzung sollte jedem Arbeitskreis ein Gemeinderatsmitglied beitreten, die anderen Teilnehmer sollten möglichst gemischt aus allen Ortsteilen stammen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Arbeitskreise sollen möglichst offen gestaltet werden, damit jederzeit neue Mitglieder dazukommen können. Eine gute Größe, das hat sich bei anderen Gemeinden gezeigt, sind fünf bis 15 Leute pro Arbeitsgemeinschaft. In einigen Themenbereichen mangelte es allerdings noch an Mitarbeitern, besonders beim AK Gewerbe/Dienstleistung. 'Der Grundstein ist gelegt', freute sich Christine Linder trotz der Anlaufschwierigkeiten. In einem Punkt war die Fachlehrerin aus Lamerdingen allerdings zu optimistisch: Sie hatte gehofft, dass sich schon beim ersten Abend alle Anwesenden für einen AK entscheiden und mitmachen wollen. Doch von den rund 70 Gästen meldete sich nur ein knappes Drittel spontan an. In den nächsten Wochen sollen deshalb noch weitere engagierte Mitarbeiter in Sachen Dorferneuerung gefunden werden.

Kleines Trostpflaster 'Gemeinden in der Größenordnung von Lamerdingen', hatte Gemeindechef Hanspeter Eberhardt schon in der Bürgerversammlung vorgerechnet, können auf einen Zuschuss in Höhe von maximal 750000 Euro hoffen. Die Krux dabei: Für jeden Euro, den die zuständige Direktion für Ländliche Entwicklung in Krumbach als Förderung freigibt, muss die Gemeinde einen Euro aus der eigenen Kasse in das Langzeitprojekt investieren. Ein kleines Trostpflaster: Die Ausgaben lassen sich gut verteilen - Dorferneuerungen dauern im Schnitt zehn bis 15 Jahre. Eine der schwierigsten Aufgaben der neuen Arbeitskreise - das zeichnete sich schon beim Gründungstreffen ab - wird die notwendige enge Kooperation zwischen den vier Lamerdinger Ortsteilen sein. Schließlich soll die Dorferneuerung auch dazu beitragen, dass die Gemeindeteile mehr zusammenwachsen. Für manche Bürger sind die alten Gräben der Gebietsreform aber scheinbar auch heute noch schier unüberwindbar. 'Wir wollen ja gar nicht zusammen leben', meinte etwa ein Bürger, der sich mit Lamerdingen 'zwangsverheiratet' fühlt. Der 'Hochzeitstag', der 1. Mai 1978, ist für ihn ein schwarzer Tag. Seit diesem denkwürdigen Datum sind Dillishausen, Klein- und Großkitzighofen keine selbstständigen Gemeinden mehr.

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