Doch keine zweite Gruppe in Rieder

Rieder/Marktoberdorf (af). - An drei Bedingungen war die Zustimmung geknüpft. Zwei von ihnen hielten einer eingehenden Prüfung durch die Stadt Marktoberdorf nicht stand. Damit erhält der Kindergarten Rieder nun doch keine zweite Gruppe. Einmütig lehnte der Finanzausschuss eine Erweiterung ab. Hingegen wird das Dachgeschoss im Kindergarten St. Magnus ausgebaut. Auch bei dieser Entscheidung hatte der Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung zunächst noch gezögert. Keine baulichen Veränderungen, eine förderfähige Gruppe, kein zusätzliches Personal: So lauteten die drei Vorgaben des Stadtrates, die für die Einrichtung einer zweiten Gruppe im Kindergarten Rieder nötig sein sollten. Nach Erkundigungen beim Landratsamt erhielt laut Bürgermeister Werner Himmer die Stadt die Auskunft, dass Brandschutzvorkehrungen für den Raum im Obergeschoss getroffen werden müssen. Die günstigste Alternative sei eine Feuertreppe, legte Himmer dem Finanzausschuss dar. Sie koste 10000 Euro. Damit sei eine Bedingung bereits nicht erfüllt. Die weitere war, dass die neue Gruppe förderfähig sein, also aus mindestens 15 Kindern bestehen muss. Auch dies sei nicht der Fall. Es seien sieben Kinder aus Rieder, die derzeit einen Kindergarten im Innenstadtgebiet besuchten. Manche Eltern, so Himmer, wollten ihre Kleinen aus pädagogischen Gründen nicht mehr nach Rieder wechseln lassen, weil sie in den Gruppen gut integriert seien. Diese Kinder und diejenigen vier, deren Eltern ihren Nachwuchs ausschließlich in Rieder untergebracht wissen wollen, ergäben im Gesamtergebnis nur elf Kinder. Weil zudem aufgrund der Geburtenzahlen in den nächsten Jahren 'deutlich weniger Kinder' in der Einrichtung in Rieder zu erwarten sind, lehnte der Bürgermeister eine zweite Gruppe ab. Ihm folgten schließlich nach kurzer Diskussion alle Fraktionen. Doris Rößle (Freie Wähler) fragte nach, ob sich die Vorgabe des Landratsamtes nicht um ein Jahr verschieben lasse. Dies sei, so antwortete Wolfgang Wieder von der Stadtverwaltung, aus haftungsrechtlichen Gründen nicht möglich. Wieder ergänzte zu diesem Thema, dass die Kolpingsfamilie Rieder eine Spielgruppe betreibe. Sie öffne zweimal pro Woche unter der Leitung einer Erzieherin und werde von den Eltern als gutes Alternativangebot zum Kindergarten gerade für jüngere Kinder genutzt. 'Wir entlassen die Kinder also nicht ins Nichts', erklärte er. Dieses einmütige Votum gegen eine zweite Gruppe in Rieder will Bürgermeister Himmer aber ebenso noch vom Stadtrat bestätigen lassen wie die Entscheidung für einen Ausbau des Dachgeschosses im Kindergarten St. Magnus. Seit Jahren muss sich dort eine Gruppe mit einem Provisorium begnügen. Auch einen Intensivraum gibt es nicht. Und seit Jahren bemängelt das Landratsamt diesen Zustand. Jüngst hatte der Stadtrat daher einen Grundsatzbeschluss gefasst. Darin wird bekundet, dass nur dann gebaut werden soll, wenn es das Amt schriftlich fordere.

75000 Euro stehen schon bereit Nun entschloss sich der Finanzausschuss aber doch, das Dachgeschoss auszubauen. Im Zuge dessen soll das marode Dach gleich mitsaniert werden. Die 75000 Euro, die die Maßnahme koste, seien bereits im Haushalt vorhanden, sagte Himmer. Ursprünglich sollte die Einrichtung einer weiteren Gruppe nur eine vorübergehende Angelegenheit sein. Doch eine Entspannung der Situation im Norden der Stadt sei nicht zu erkennen, hieß es nun quer durch alle Fraktionen. Himmer plädierte für eine zeitnahe Umsetzung des Beschlusses und fasste dabei den Herbst als Termin ins Auge.

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