Memmingerberg
Diskussion um geplante Entlastungsstraße

Der Bau einer Entlastungsstraße ist in Memmingerberg weiterhin ein Thema, das die Gemüter bewegt. Dies wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Über 40 Bürger waren als Zuhörer dabei, als Räte und Fachleute des Landratsamts über die Planungen diskutierten. Zwar schienen alle dafür zu sein, dass eine Umgehungsstraße notwendig ist, aber die Lösungsvorschläge bringen auch Ängste mit sich. Dabei steht der Lärmschutz an vorderster Stelle.

Ziel der Gemeinde ist es, dem hohen Verkehrsaufkommen im Ort - bedingt durch den Flughafen und die Ausweisung eines großen Gewerbegebiets im Zuge der Konversion des ehemaligen Fliegerhorstes - zu begegnen. Bereits im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat der Entwurfsplanung für die rund drei Kilometer lange Trasse nordöstlich von Memmingerberg zugestimmt (wir berichteten). Anfang 2010 soll das Planfeststellungsverfahren eingeleitet und der Antrag bei der Regierung von Schwaben gestellt werden.

Großer Kreisverkehr

Geplant ist die Umgehung vom Kreisverkehr an der Anschlussstelle Memmingen-Ost entlang der A 96 in großem Bogen zum Verkehrsknoten im Osten (Anschluss Kreisstraße MN17). Dort soll ein neuer großer Kreisverkehr die Wege nach Trunkelsberg, Ungerhausen, zum Flughafen und ins Industriegebiet verbinden (siehe Infografik).

Als weiterer Vorschlag besteht seit Kurzem eine Trassenführung über Trunkelsberg und eine zusätzliche Brücke über die A 96.

Walter Pleiner, Leiter des Unterallgäuer Tiefbauamtes, erläuterte das weitere Vorgehen. «Wir werden die Vorschläge mit allen Vor- und Nachteilen, unter Berücksichtigung der kürzlich erhobenen Verkehrszahlen, detailliert und objektiv beurteilen». Bei der Erhebung wurden etwa rund 4500 bis 5000 Fahrzeuge pro Tag auf der Augsburger Straße gezählt.

Mit Geduld und Sachlichkeit reagierte Pleiner auf die geäußerten Ängste, Kritiken und Fragen. Neben dem Lärmschutz ging es um den möglichen Kreisverkehr an der Anschlussstelle Memmingen-Ost und ob dieser dem Verkehrsaufkommen überhaupt gewachsen sei. Viele Punkte bezogen sich auf Details, die erst nach Beginn der Baumaßnahmen geklärt werden könnten, so der Tiefbauamtsleiter.

Pleiner und Bürgermeister Alwin Lichtensteiger versicherten mehrfach, dass das Planungsverfahren und auch der notwendige Lärmschutz den Vorschriften entsprechend durchgeführt werden. Räte und Bürgerschaft würden die Möglichkeit haben, weiterhin an der endgültigen Entscheidung mitzuwirken.

Vier Schritte wurden für die Gesamtmaßnahme aufgezeigt. Demnach erfolgt zunächst der Bau der Entlastungsstraße. Im Anschluss ist die Erschließung des südlichen Areals des Allgäu Airports notwendig. Weiter müsse der Ausbau des Alten Stadtweges von Hawangen und des nördlichen Airport-Areals folgen. Erst dann, und nur, wenn die Entwicklung des Verkehrsaufkommens es bedinge, könne man an einen eigenen Anschluss an die A 96 denken. Ende 2010 ist, so Pleiner, mit dem Abschluss der Planungen zu rechnen.

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