Diskussion um den Spindelrasenmäher

Aufkirch (oll). - Die Marktgemeinde Kaltental wird dem FC Blonhofen zur Anschaffung eines Großflächen-Spindelmähers einen Zuschuss in Höhe von 5100 Euro bewilligen. Dies beschloss das Gremium in seiner jüngsten Sitzung, nachdem es zuvor kontrovers über die Höhe der Beihilfe debattiert hatte. Laut Anschreiben der Blonhofener Fußballer, das Bürgermeister Manfred Hauser den Ratsmitgliedern verlas, hatte der bisher verwendete 30 Jahre alte Mäher unlängst einen Motorschaden und ist nicht mehr reparabel. Es wurde ein modernerer, gebrauchter Spindelmäher mit einer Schnittbreite von 3,45 Meter zum Preis von 10200 Euro (Neupreis 70000 Euro) gefunden, den die Kicker bereits erstanden haben. Sie weisen in ihrem Schreiben darauf hin, dass sie drei Fußballplätze zu pflegen haben, die Investition angemessen finden und bitten die Gemeinde um eine Zuschuss in Höhe von 60 Prozent des Anschaffungspreises.

'Gewaltiger Batzen' Hauser räumte ein, erneut sei ein 'gewaltiger Batzen' bereitzustellen, nachdem bereits im Vorjahr 'gewaltige Beträge in die Vereine geflossen' seien. Es sei darauf zu achten, dass die Zuschüsse nicht Überhand nehmen. Der Verein mit seinen 'beispiellos gepflegten Plätzen' sei jedoch ein Aushängeschild für die Gemeinde. Zweiter Bürgermeister Berthold Ammersinn ergänzte, der FC Blonhofen sei ein 600 Mitglieder starker Verein, dem viele Jugendliche angehörten und der wertvolle Jugendarbeit leiste. Man solle den Zuschuss in der gewünschten Höhe gewähren, die Auszahlung jedoch auf den Haushalt 2005 strecken. Hauser fand den Vorschlag in Ordnung. Ralf Tietz entgegnete: 'Ich bin dagegen, denn der Zuschuss passt nicht in unsere Zeit.' Die Finanzen würden 'enger und enger', die durch die Gemeinde aufzubringenden Umlagen stiegen weiter in die Höhe. 'Wir bluten immer mehr aus. Ich habe nichts gegen den FC, aber diese Investition ist aus Sicht der Gemeinde zwei Nummern zu groß. Die Gemeinde muss sich auf ihre Prioritäten besinnen. Wir schaffen uns einen Präzedenzfall.' Er empfahl, den Zuschuss auf 2500 Euro zu begrenzen. Sollte das Gremium für 60 Prozent stimmen, beantragte er die Summe auf zwei Haushaltsjahre zu strecken. Dritter Bürgermeister Oliver Herden pflichtete Tietz bei. Sparen sei 'nun einmal unpopulär'. Die Gemeinde müsse aber Einsparungen vornehmen. 'Sonst landen auch wir im Schuldensumpf. Noch sind wir nicht drin.' Als Tietz noch einmal nachsetzte, der FC habe 2003 bereits 20000 Euro erhalten und dass generell bei den Vereinen ein Umdenken stattfinden müsse, erwiderte Johannes Ried: 'Das Umdenken ist doch längst vorhanden.' Siegfried Breckle meinte: Funktionierende Vereine hielten gesellschaftliche Probleme fern. Durch das ehrenamtliche Engagement der FC-Mitglieder sei die Rasenpflege kaum billiger zu haben. Dennoch müsse man klar machen, dass Zuschüsse in bisher gewohnter Höhe nicht mehr bezahlbar seien. Er empfahl den Betrag bei 50 Prozent zu deckeln und diesen in den Haushalt 2005 einzustellen. Und Sabine Doll meinte, eigentlich wisse niemand, 'wo wir den Betrag hernehmen sollen'. Auch sie sprach sich für einen geringeren Zuschuss aus. Bürgermeister Hauser meinte am Ende, die Diskussion sei sicherlich ein Signal für andere Vereine, 'dass nicht mehr alles so geht' und beantragte '50 Prozent' - auszubezahlen 2005. Dem stimmte die Mehrheit der Räte zu. Weitere Themen der Sitzung: Der Rat beschloss, für die Weiterbildung des Kindergartenpersonals in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt 875 Euro bereitzustellen. Für nicht vorgesehene Arbeiten beim Bau des Geh- und Radwegs Aufkirch - Helmishofen sowie die Reparatur einer eingestürzten Bachbrücke werden insgesamt 5800 Euro bereitgestellt. Auch dies beschloss das Gremium einstimmig.

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