Sonthofen-Berghofen
Dirigent kommt oft ins Schwitzen

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«Schorsch» Dusch hat stets einen Scherz auf den Lippen. Er dirigiert die Dorfmusik Berghofen: Wie gefällt ihm die Aufgabe? Der 53-jährige Kraftfahrer: «Ein Job, dass mir das Wasser runterlauft.» Und fügt erklärend hinzu: «Ich bin ein hitziger Mensch.» Seine Musikkameraden lachen: Er lege sich ins Zeug, meint Bettina Buhl. Dusch sagt auch geradeheraus, was ihm nicht gefällt: «Ich bin immer sehr direkt.» Schließlich weiß er genau, was er will: «Schöne Musik, ganz sauber in allen Einsätzen, einfach die Harmonie.»

Die Steuerfachangestellte Birgit Übelhör (21) nimmt dem Chef ein klares Wort nicht übel: Man wisse ja, wie er sei. Sie kennt den engagierten musikalischen Leiter seit neun Jahren, abwechselnd als ersten oder zweiten Dirigenten und als Spieler von Tenorhorn, Bariton, Bass und Posaune. Derzeit bearbeitet Dusch die Tuba. Birgit Übelhör spielt seit der Jahrtausendwende in der Dorfmusik die Klarinette. Drei Jahre zuvor hatte sie eine Freundin gefragt, ob sie mit zur «Musik» gehe. Birgit, nach musikalischer Früherziehung und Blockflötentraining durchaus interessiert, besuchte eine Registerprobe und konnte zwischen Klarinette und Saxofon wählen. Sie entschied sich für das kleinere Instrument. «Ich mach gern Musik mit anderen Leuten», versichert sie. «Es klingt einfach schöner mit verschiedenen Instrumenten.» Und das Zusammenspiel sporne einen an, besser zu werden.

Die junge Musikerin schätzt aber auch den Zusammenhalt in der Gruppe, in der sie verschiedene Leute kennenlernen könne. «Mit der älteren Generation hat man ja sonst nicht so den Kontakt.» Andreas Buhl geht es ähnlich. Der im November neu gewählte Vorsitzende findet es gut, mit anderen Leuten zu tun zu haben und gemeinsam etwas zu schaffen. Und die Kameradschaft sei «ganz prima». Buhl gehört der Kapelle seit 1992 an. Warum ging der 31-jährige Orthopädieschuhmacher damals zur Musik? Bruder und Cousine waren schon da, und jetzt fühlt sich der Klarinettist als einziger Mann in seinem Register äußerst wohl als «Hahn im Korb».

Diese «herausragende» Stellung hat Tenorhornist Bernhard Frank zwar nicht, aber auch er spielt gerne mit den Dorfmusikanten. Seit 1958. Hier hat er seine Kumpel, freut sich der 68-Jährige regelmäßig auf die Proben. Und er mag die Musik, die gespielt wird: viele traditionelle Stücke. Für richtig moderne Werke fehlt es an der Besetzung, sagt Dirigent Dusch. Vor allem «hohes Blech» und Schlagzeug würden noch gebraucht. Aber dafür, sagt Dusch stolz, «haben wir eine eigene Polka!» Zum 50-jährigen Jubiläum schrieb der niederländische Komponist Freek Mestrini die «Berghofer Jubiläumspolka».

Beim Weihnachtskonzert, dem Höhepunkt des Jahres, werden die Musiker aber eine beachtenswerte Spannweite ihres Repertoires präsentieren. Auf dem Programm stehen neben einem Verdi-Potpourri auch Titel zeitgenössischer Komponisten wie «Dakota» von Jacob de Haan.

Termin: Das Weihnachtskonzert findet am Samstag, 19. Dezember, um 20 Uhr in der Pfarrkirche «Maria Heimsuchung» Sonthofen statt.

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