Marktoberdorf
Diesmal mehr Festival in Marktoberdorf

Mehr von «Musica Sacra International» sollen die Marktoberdorfer in diesem Jahr haben. Neben dem Modeon soll erstmals die noch im Bau befindliche Moschee in der Stadt voraussichtlich als Schauplatz eines Konzertes dienen. Und auch die Stadtpfarrkirche St. Martin wird christlichen Ensembles wieder als Aufführungsraum dienen. Wie alle zwei Jahre stehen an Pfingsten (21. bis 25. Mai) die fünf Weltreligionen im Mittelpunkt dieses Marktoberdorfer Festivals, das in die ganze Region Allgäu ausstrahlt.

Elf Ensembles aus elf Nationen hat Festivalleiter Dolf Rabus eingeladen. Wie immer versuchte er, ganz unterschiedliche Facetten des musikalisch-religiösen Ausdrucks zusammenzustellen.

Friedliches Zusammenwirken

Über 500 Jahre alte Lieder des tibetischen Buddhismus singt Loten Namling. Der Tibeter ist im indischen Exil aufgewachsen und lebt jetzt in der Schweiz. In der Fremde will er seiner Heimat eine Stimme geben. Raga-Musik aus dem hinduistischen Nordindien haben der Inder Ashish Sankrityayan und der Däne Skye Lofvander im Gepäck. Der Sänger Lofvander wird den sogenannten Dhrupad-Gesängen mit Obertönen eine zusätzliche Dimension verleihen. Kultur des Islam und des Buddhismus indonesischer Ausprägung wird der Jugendchor Cordana zum Festival bringen.

Der aus muslimischen, hinduistischen und christlichen Sängern bestehende Chor ist ein lebendiges Beispiel für das friedliche Zusammenwirken der Religionen in Fernost.

Aus einer ganz anderen Ecke der Welt, aus Jordanien, kommt der Chor Aswatuna Global Voices, der sich dem weiten Feld der modernen und traditionellen arabischen Chormusik widmet. Eine spezielle Facette der islamischen Welt ist die Sufimusik, die das türkische Humayun Ensemble pflegt. Begleitet werden die Sänger von typischen Melodie- und Rhythmusinstrumenten wie der Rohrflöte (Nay) oder der orientalischen Zitter Qanun.

Das Judentum vertritt der Kammerchor Collegium Singers aus Tel Aviv. Die zwölf professionellen Sängerinnen und Sänger widmen sich vor allem zeitgenössischen israelischen Kompositionen und traditioneller jüdischer Musik. Fünf christliche Ensembles - darunter der Chor Oreya mit ukrainisch-orthodoxen Inhalten - vertreten die fünfte Weltreligion. Viel verspricht sich Rabus von «VocaMe», ein Ensemble aus dem süddeutschen Raum, das neu entdeckte Hymnen aus dem 9. Jahrhundert aufführt. Sie stammen aus der Feder der ersten bekannten Komponistin Kassia, die in Byzanz lebte. Eindringliche Stimmen und einfühlsame Arrangements entführen in eine ferne Zeit und Welt.

Sphärische Klänge

Mit «Gloria patri» - 24 Hymnen des estnischen Komponisten Urma Sisak - wird das St. Jacobs Vocalensemble aus Stockholm (Leitung Gary Graden) ein ungewöhnliches Werk beim Konzert in St. Martin in Marktoberdorf beisteuern. Inspiriert wird der bekennende Katholik Sisak von der Astronomie. Daher soll die Aufführung seines Werkes auch von Projektionen des Weltalls begleitet werden. Nicht zuletzt lud Rabus - passend zur Landesausstellung «Bayern/Italien» (21. Mai bis 10. Oktober in Füssen) - zwei christliche Ensembles aus Bayern (Vokal Ensemble München) und das Südtiroler Bläserensemble aus Italien ein. Die Zusammenstellung der Konzertfolge ist noch in Arbeit.

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