Memmingen
Die Sonne im Fokus

Max Born zeigt auf eine Kiste aus Sperrholz. «Mit diesem Gerät haben wir uns beim Jugend forscht-Wettbewerb angemeldet», sagt der 19-jährige Strigel-Schüler sichtlich stolz. Gemeinsam mit acht weiteren Teilnehmern zwischen zwölf und 18 Jahren besucht er den Astronomie-Kurs des schwabenweit einmaligen «Begabungs-Stützpunktes» am Memminger Bernhard-Strigel-Gymnasium.

Wochenlanges Tüfteln

«Wir tüfteln seit einigen Wochen an unserem selbst gebauten Spektrografen», erklärt Born. Mit dessen Hilfe will die Gruppe das Sonnenspektrum beobachten und die so genannte Fraunhoferlinien identifizieren. «Diese Linien erlauben nämlich Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung und die Temperatur der Gasatmosphäre der Sonne und von Sternen», sagt Markus Bohn aus Aichach.

Dann ist Üben angesagt. Der 16-Jährige greift nach der Sperrholzkiste und erklärt den Aufbau des Spektrografen. Immer wieder blickt er auf seinen Konzeptzettel. «Wir haben zwei Rasierklingen auf der Holzkiste angebracht und sie so zusammen geschoben, dass ein enger Spalt entstanden ist», sagt Bohn. «Das Licht, das dort einfällt, wird in einem selbst hergestellten Gitter in verschiedene Spektralfarben, wie etwa die Regenbogenfarben, aufgespalten.

Diesen Vorgang nehmen wir mit einer Digitalkamera auf und werten die Bilder am Computer aus.»

Nach einigen Minuten ist Max Born an der Reihe. Er spricht über «optische Gitter». «Wir haben ein Gitter aus einer herkömmlichen CD hergestellt», sagt der 19-Jährige. «Mit Salpetersäure wurde der Lack weggeätzt und die CD danach mit Wasser abgespült.» Das Ergebnis, eine durchsichtige Scheibe, diene schließlich als Gitter. «Und das spaltet weißes Licht, wie beispielsweise das Sonnenlicht, in die Spektralfarben auf», erklärt Bohn weiter.

Teilnehmer ausgelost

«Weil nur drei Schüler unser Projekt bei Jugend forscht vorstellen dürfen, haben wir die Teilnehmer ausgelost», sagt Lehrer Andreas Kellerer. Die Idee für die Wettbewerbsteilnahme stammt von ihm. Aber auch die anderen Kursteilnehmer arbeiten eifrig mit. «Es macht einfach Spaß, praktisch zu arbeiten und nicht nur trockene Theorie zu pauken», sagt Dominik Bourgund aus Lindau. Anke Martens aus Mindelheim ergänzt: «Wir können hier Themen vertiefen und diskutieren.»

Während die Schüler erzählen, schaltet Lehrer Kellerer das Licht aus und stellt eine Lampe vor den dünnen Spalt der Holzkiste. Max Born und Markus Bohn installieren derweil die Digitalkamera. Ein kurzer Druck auf den Selbstauslöser und einige Sekunden später sind die Fotos geschossen. Am Computer können die sichtbar gemachten, grün und blau schimmernden Fraunhoferlinien begutachtet werden.

«Das habt ihr gut gemacht, ich bin echt zufrieden», freut sich Lehrer Kellerer. «Noch ein-, zweimal üben, dann klappt das sicher auch beim Wettbewerb.»

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