Die Menge machts und möglichst naturbelassen soll es sein

Kempten (rot). - Lebenslang fit und gesund bleiben, wer möchte das nicht? Wie im Alter noch viel dafür getan werden kann, erfuhren Kemptener Senioren bei einem Ernährungstraining der Verbraucherberatung. Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Urban erläuterte, bei welchen Lebensmitteln oft ein Mangel bestehe und bewertet Vitaminpillen und Stärkungsmittel. Nachmittag um drei Uhr zu Mittag essen, um zehn Uhr abends ein Butterbrot und ein Schnäpsle nach einem Menue? 'Warum nicht, wenn's gut tut'. Mit dieser Einleitung sorgte Ulrike Urban gleich zu Beginn des Senioren-Ernährungstrainings für Erstaunen und - Heiterkeit im Publikum. Dass die Fachfrau aus München einen 'gstandenen' Braten mit Knödel und Blaukraut schätzt, Bier, und Wein und Kaffee nicht verteufelt, daraus machte sie keinen Hehl. Freilich, mit Einschränkungen. 'Die Menge macht's und unsere Nahrungsmittel sollen möglichst naturbelassen sein'. Das bedeute: je weniger Zusatzstoffe, Pestizide und Antibiotika im Essen seien, umso besser sei dies für die Gesundheit. Deshalb gab sie ihren Zuhörern den Rat: 'Machen Sie es wie bei den Medikamenten: Lesen Sie den Beipackzettel.'

Zu viel des Guten ist ungesund Keinen Zweifel ließ Urban daran, dass beim Fett zu viel des Guten ungesund sei. Trotzdem: Bevor sie fettkastrierten Käse esse, der nicht schmecke, lasse sie lieber die Finger davon. Mehr als 60 bis 80 Gramm Fett pro Tag sollten es freilich nicht sein. Auch da gelte wieder die Regel: möglichst ohne Zusatzstoffe, denn 'Butter ist Butter, Milch ist Milch und bei allem was als halbfett bezeichnet wird, ist die zweite Hälfte Wasser und das ist bekanntlich billiger'. Und wer Margarine mag? Dem empfahl die Expertin rein pflanzliche Produkte. Das gelte auch bei den Speiseölen. Olivenöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl hätten die beste Zusammensetzung an Fettsäuren. Wobei gleich die Publikumsfrage aufkam, was zu tun sei gegen erhöhten Cholesterinspiegel. Viel und ausdauernd bewegen - lautet der Ratschlag von Ulrike Urban. Die bei dieser Gelegenheit gleich die Vermutung aussprach, 'dass dieses pillenfreie Rezept offenbar noch nicht in den Arztpraxen durchgedrungen ist'. Gar nichts hält die Fachfrau von so genannter Gesundheitskost: 'Denn wer gesund ist und ausgewogen isst, der braucht weder Algen noch Multivitamine.' Wer also naturbelassene Ernährungsmittel bevorzuge, viel trinke (mindestens zweieinhalb Liter Wasser, Kräutertee, Gemüsesäfte), sich viel im Freien bewege, habe größere Chancen, 'den Jahren mehr Leben und dem Leben mehr Jahre zu geben'.

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