Allgäu
«Die Lehrer machen schon Druck»

«Turbo-Abitur» wird das achtjährige Gymnasium (G8) auch genannt. Es ist ein ständiges Thema bei Bildungsexperten. Aber wie empfinden eigentlich die Schüler selbst das achtjährige Gymnasium? Mit einer Artikelserie begleiten wir Sechstklässler des Marianums in Buxheim, die im vergangenen Jahr mit dem G8 gestartet sind.

Memmingen/Buxheim Bis vor wenigen Wochen war die Schulwelt von Lara, Teresa, Cornelius und Felix noch in bester Ordnung. «Unsere Lehrer haben Späße mit uns gemacht und den Unterrichtsstoff langsam und verständlich erklärt», erzählen die Sechstklässler. Doch jetzt, so kurz vor den Weihnachtsferien, sei das anders. «Die Lehrer machen schon Druck, damit sie pünktlich zum Halbjahreszeugnis im Februar alle Noten beisammen haben», sagt Lara.

Dann fügt sie hinzu: «Wir schreiben derzeit viele Schulaufgaben und Exen, manchmal zwei an einem Tag.» Der Unterricht sei stressiger als zu Schuljahresbeginn. «Er ist in der Sechsten überhaupt stressiger», ergänzt Cornelius. «Damals, in der fünften Klasse, war es vor Weihnachten einfacher und wir hatten weniger Hausaufgaben auf.»

Das habe sich heuer geändert. Bis in die Abendstunden sitzen die Sechstklässler jetzt manchmal vor ihren Schulbüchern und Heften. «Manchmal müssen wir an einem Tag Lateinvokabeln pauken, Grammatik lernen und Matheaufgaben lösen - da kanns schon mal acht Uhr werden», sagt Teresa. «Je nachdem, wie viel wir bei der Mittagsbetreuung geschafft haben.» Zwei bis drei Stunden brüte sie manchmal über den Aufgaben, erzählt Lara.

Felix kommt mit dem Lernpensum hingegen gut zurecht. Abend für Abend übersetzt der Zwölfjährige Lateintexte mit seinem Vater. «Es hat sich gelohnt», freut sich der Sechstklässler. Von einer Fünf habe er sich auf eine Eins verbessert. Auch die anderen Schüler hatten solche Verbesserungen. «Man muss den Stoff einfach jeden Tag wiederholen, dann bringt es auch was», weiß Cornelius.

«Trotzdem kommen manche Schüler langsam ins Schwimmen», sagt Klassenlehrerin Gabriele Dietrich-Seitz. Deshalb denke sie, dass nicht alle das Klassenziel erreichen werden. Neben dem fünfstündigen Unterricht haben die Schüler täglich Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Intensivierungskurse und Freizeitangebote in der Schule. «Den Nachmittagsunterricht finden wir bei schlechtem Wetter aber gar nicht so schlimm», sagt Lara.

Doch gerade vor Weihnachten kommen zum Schulstress noch Weihnachtsfeiern in den Vereinen und Schulproben für das Weihnachtskonzert hinzu. «Das ist manchmal ganz schön anstrengend», so Felix: «Deshalb freuen wir uns alle auf die Ferien.»

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