Scheidegg
Die Kunst des Korbflechtens

Wie macht man einen Korb aus Schilf, Hanf oder Bast? Wie funktioniert eine fußbetriebene Drechselbank von 1848? Und wie hat Großmutter das Schreiben auf Schiefertafeln gelernt? Wer in alte Zeiten eintauchen und etwas über den Alltag seiner Vorfahren lernen will, der ist im Handwerkermuseum in Scheidegg richtig.

Und damit es nicht nur beim Staunen allein bleibt, bietet der Geschichts- und Museumsvereins an jedem zweiten Samstag im Monat kostenlose Führungen an, bei denen eine der 28 Abteilungen als Schwerpunkt vorgestellt werden. Experten auf ihrem Gebiet berichten von der Kunst der alten Handwerker, erklären Vorgänge anhand der Ausstellungsstücke und beantworten Fragen. Am morgigen Samstag steht ab 14.30 Uhr die Korbmacherei im Mittelpunkt. Abteilungsleiter Hans Reichart lässt sich hierbei über die Schultern blicken und zeigt die Entstehung von der Weidenrute bis hin zum fertigen Korb.

Regulär ist das Heimathaus jeden Mittwoch und jeden ersten und dritten Samstag im Monat jeweils ab 10 Uhr geöffnet. «Wir haben viele Anfragen von Gästen bekommen, die vormittags keine Zeit haben», erzählt Vorsitzender German Weh. Deshalb habe man sich im Herbst entschieden, die Öffnungszeiten auszuweiten und gleichzeitig die Führungen zu veranstalten. Schuhmacherei, Buchdruck und Tante-Emma-Laden waren bereits die Schwerpunkte. «Die Leute waren begeistert», freut sich Weh.

Nun hat der Verein die Themen für die nächsten Monate festgelegt. Nach der Korbmacherei sind dies Schindelmacherei und Drechslerei (13. Februar), Schulstube (13. März) und Fotografie (10. April). «Wenn wir mit allen Abteilungen durch sind, dann fangen wir wieder von vorne an», verrät der Altbürgermeister der Marktgemeinde.

Das Handwerkermuseum wurde 1992 eröffnet. Bereits Mitte der 80er Jahre begann der Geschichts- und Museumsverein mit der Sammlung alter Gegenstände. Ende des Jahrzehnts bot sich dann die Gelegenheit, das Gebäude im Schlosserweg zu kaufen und in ein Museum umzuwandeln. Auf derzeit 460 Quadratmetern Fläche sind mittlerweile allerlei Gegenstände zusammengekommen, die meisten aus der Zeit zwischen 1900 und 1930. Jährlich kommen rund 3000 Besucher.

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