Die Gleichstellung ist noch nicht abgeschlossen

Füssen (dec). - 1908: Zulassung zum Universitätsstudium, 1919: Wahlrecht für Frauen, 1958: Gleichberechtigungsgesetz - das sind nur ein paar Meilensteine in der Frauenbewegung. Daran, was bereits erreicht wurde, aber vor allem an alles, was noch getan werden muss, erinnerten Infostände in der Füssener Fußgängerzone. Anlass dafür war der 93. internationale Frauentag. Seinen offiziellen Termin hat dieser Tag zwar erst am morgigen Dienstag, aber die Fraueninitiative Füssen (Pfiff) nutzte bereits den Samstag für ihre Aktion. Acht Stände lenkten die Aufmerksamkeit auf Benachteiligungen der Frauen überall auf der Welt. Neben Pfiff konnten sich Interessierte bei ASF, Frauenunion, dem katholischen und dem evangelischen Frauenbund, dem Weltladen, amnesty international und dem Kinderschutzbund informieren.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit 'Ein vorherrschendes Thema zum Frauentag gibt es in diesem Jahr eigentlich nicht', sagte Petra Vogel, die Zweite Vorsitzende von Pfiff. Die Gleichstellung der Frauen sei aber auf keinen Fall abgeschlossen. Wenn man das global betrachtet, ist das sicher offensichtlich. Aber wie sieht es damit im Bereich des Bundesgebietes oder gar in Füssen aus? 'Auch hier sind immer noch Lücken vorhanden. So verdienen zum Beispiel Männer häufig mehr für die gleiche Arbeit', klärte Petra Vogel auf. Nach wie vor nicht leicht sei es in Deutschland außerdem, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, da häufig keine Plätze in Kindergärten oder -horten vorhanden seien. 'Andere EU-Länder wie Schweden oder Norwegen sind da ein großes Vorbild. Hier gibt es für jedes Kind von Anfang an einen Hortplatz', so das Vorstandsmitglied der Fraueninitiative. 'Eine Ganztagsbetreuung ist für die Zukunft unerlässlich, allerdings nach einem guten pädagogischen Konzept und nicht als Sparprogramm', meinte auch SPD-Stadträtin Hannelore Semmlin-Leix. Die Gleichstellung der Frauen, vor allem auch beim Verdienst, war primäres Anliegen aller am Samstag in der Fußgängerzone. Bedauert wurde dabei von den Frauen, dass ihre jungen Geschlechtsgenossinnen 'viel zu zahm geworden seien', um sich 'mit Biss' für ihre Rechte einzusetzen 'Nur wer sich engagiert gewinnt', griff auch Jutta Wolf von der Frauenunion ein Zitat des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf. Der Frauentag hat übrigens nichts mit der Füssener Frauenwoche gemein. 'Der Frauentag ist politisch und erinnert auch daran, dass Frauen unter härtesten Bedingungen für ihre Rechte kämpfen und gekämpft haben. Das hat gar nichts mit Wellness, Fitness oder Mode zu tun, was viele der Veranstaltungen der Frauenwoche aber zum Thema haben', distanzierte sich die Pfiff-Vorstandschaft nachdrücklich von den anderen Veranstaltungen.

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