Die ganze Saison hängt an einem Tag

Handball-Frauen I des TSZ Lindenberg gewinnen alle Spiele, steigen aber nicht ohne Weiteres auf Lindenberg (bes). Auf die Frage, wann sie ihr letztes Spiel verloren haben, muss Gitti Schlachter einige Augenblicke überlegen: 'Schwer zu sagen. Es muss wohl im ersten Jahr in der A-Jugend gewesen sein.' Denn die Handball-Frauen des TSZ Lindenberg haben in den vergangenen zwei Spielzeiten alle 24 Pflichtspiele gewonnen - die meisten davon sogar recht deutlich..

Im letzten Jahr spielte das Team noch bei der weiblichen A-Jugend und wurde souverän Meister. Damals stand Gitti Schlachter als Trainerin nur an der Außenlinie. Sie selbst spielte für Verbandsligist SG Argental. In der Sommerpause entschloss sich die 38-Jährige zu einer Rückkehr nach Lindenberg, wo sie in der Jugend das Handballspielen gelernt hat. 'Ihre' A-Jugend war mittlerweile geschlossen in den Aktivenbereich aufgerückt. Gitti Schlachter steht seitdem als Spielertrainerin auf dem Feld. 'Ich wollte mit Lindenberg wieder höher spielen', gibt Schlachter als Motivation für ihren Wechsel an. Ihr Ziel ist es, Lindenberg wieder in die Landesliga zu führen - die Klasse, in der sie mit dem TSZ bereits gespielt hat. Nötig sind hierfür zwei Aufstiege. Um die zu erreichen, verlangt sie von ihren Mädels einiges ab: 'Ich fordere immer mindestens 120 Prozent und zudem einen absoluten Willen', sagt sie. Denn die junge Mannschaft - die Akteure sind zwischen 18 und 21 Jahre alt - verfügt zweifellos über ein großes Leistungspotenzial. Das gilt es jedoch in jeder Spielminute auch abzurufen.'Ich bin eine Verfechterin von sehr schnellem Handball', sagt die Trainerin. Schnelligkeit und Dynamik stehen deshalb vordringlich auf ihrem Trainingsplan. 'Mein Plan war es, die Gegner durch ein wahnsinnig hohes Tempo zu überrumpeln', verrät sie. Mit Erfolg: Auch im ersten Jahr bei den Aktiven wurde der TSZ ohne Punktverlust Meister. Der Aufstieg ist jedoch noch nicht unter Dach und Fach. Verhinderte im letzten Jahr die Altersgrenze den Sprung in die nächsthöhere Klasse, könnte diesmal das Regelwerk im Wege stehen: Aus den drei Bezirksklassen dürfen nur zwei Mannschaft in die Bezirksliga aufsteigen. Erfahren hat die Trainerin davon jedoch erst am letzten Spieltag der Saison. 'Es ist absolut ungerecht. Wenn man kein Spiel verliert, darf der Aufstieg eigentlich kein Thema sein. Jetzt hängt die ganze Saison an einem einzigen Tag', ärgert sie sich. Das entscheidende Relegationsturnier findet in zwei Wochen in Biberach statt. Seit vier Jahren trainiert Gitti Schlachter 'ihre' Mädels. Sie schätzt vor allem den großen Zusammenhalt: 'Sie kennen sich seit Jahren und können offen über alles reden. Es herrscht ein richtiger Teamgeist', schwärmt sie. Dadurch könnten die Spielerinnen auch die eine oder andere Schwachstelle auf dem Platz ausgleichen. Die gute Stimmung war ein wichtiger Grund, weshalb Schlachter gleich drei Klassen tiefer wechselte: 'Ich bin ein totaler Harmoniemensch', gibt sie zu. Und trotz aller sportlichen Erfolge: Motivationsprobleme habe es im Lauf der Saison eigentlich nie gegeben. Überheblichkeit ist im Team nicht zu spüren. Dafür sorgt Gitti Schlachter schon selbst. 'Wenn es zu gut läuft, wird ein Spiel eben als Trainingseinheit genutzt', sagt sie. Ihre Mädels hätten die Saison sehr ernst genommen. Viele seien am Abend vor den Spielen frühzeitig ins Bett gegangen. Denn sie wissen, wie wichtig Disziplin für ihre Spielertrainerin ist. Und wenn die jungen Frauen doch mal zu viel oder zu lautstark über die letzte Party oder Männerprobleme reden, stehen im Training eben Liegestütze auf dem Programm.

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