Kaufbeuren
Die Feuerprobe bestanden

Der bekannte Kabarettist Wolfgang Krebs ist eigentlich - was das Showgeschäft angeht - ein alter Hase. Das Stoiberdouble, das auch noch viele andere Politiker von jetzt auf gleich brillant imitieren kann, sollte öffentliche Auftritte mit solider Routine bewältigen können.

Doch nun hat sich der Neugablonzer eine Nebenbeschäftigung aufgehalst, die ihm doch einiges abverlangte. Seit einem halben Jahr ist er Präsident des altehrwürdigen Kaufbeurer Karnevalvereins Kunstreiter - und am Samstagabend stand mit dem traditionellen Schwarz-Weiß-Ball im Stadtsaal die Feuerprobe für Krebs an.

Wie er hinterher bekundete, war er in der Tat aufgeregt, doch seine Premiere konnte sich sehen lassen: Alles lief wie am Schnürchen und Krebs konnte gleich eigene Akzente setzen. Ein Ziel des neuen Präsidenten war es, vermehrt junge Menschen für den Ball zu gewinnen, was ihm auch gelang. Tatsächlich tummelten sich neben den «oberen 150» aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt zahlreiche Tanzpaare jüngeren Semesters auf dem Parkett.

Karten an der Abendkasse gab es denn auch keine mehr, der Ball war ausverkauft. Die Bar wurde aus dem etwas zugigen Eingangsbereich des Stadtsaales in den ersten Stock verlagert und heuer wurde eine Tombola für einen guten Zweck zugunsten der Bürgerstiftung Kaufbeuren veranstaltet. Dabei gab es 150 phantastische Preise: Eine Lichtschachtabdeckung, fünf Kästen Bier (für einen Gewinner allein!), ein Blutdruckmessgerät, ein Insektenschutzgitter, aber auch ein Kilogramm Silber (als Barren), eine mehrtägige Fahrt zum Kaufbeurer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke nach Berlin oder einen Motorroller, der den Hauptgewinn darstellte.

Auch das Programm ließ sich sehen. Die Joe Williams Band, die sonst in Berlin oder München Auftritte hat, war einmal mehr zu Gast. Der Ballonkünstler Tobi van Deisner aus Offingen, der sonst unter anderem im Günzburger Legoland und auf Schiffen auftritt, begeisterte das Publikum unter anderem dadurch, dass er komplett im Inneren eines lebensgroßen Luftballons verschwand.

Goppel dirigiert Française

Ehrengast des Abends war der frühere bayerische Umweltminister und CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. Sein Erscheinen verdankte Krebs einem Koppelgeschäft. Goppel wollte, dass Krebs in der Alfons-Goppel-Stiftung auftritt. Krebs sagte zu, mit dem Wunsch, dass Goppel einmal bei den Kunstreitern vorbeischauen solle. Das tat der Landtagsabgeordnete denn auch umgehend. Und dirigierte zur Überraschung aller gegen Mitternacht gekonnt eine anspruchsvolle Münchner Française (ein Gesellschaftstanz aus dem 19. Jahrhundert).

Mit Spannung war auch die erste Ansprache von Krebs erwartet worden. Dieser schlüpfte im raschen Wechsel in die Rollen der Ministerpräsidenten Stoiber, Beckstein und Seehofer und begrüßte launig die Ehrengäste. Anders als sein Vorgänger, der jetzige Ehrenpräsident Wolfgang Noack, gab es bei Krebs jedoch kaum Spitzen zum politischen Geschehen in der Wertachstadt. Oberbürgermeister Stefan Bosse freute sich bei seinem Grußwort, dass er nach einem Zeitungskommentar zum Obergallier Majestix avanciert ist und wollte fortan auf einem Schild getragen werden.

Der Ball endete kurz vor Morgengrauen.

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