Die Chinesen sind schuld - oder?

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Heute wird die neue Aula des Memminger Vöhlin-Gymnasiums eingeweiht. 'Na endlich!', werden manche Lehrer, Eltern und Schüler sagen. Schließlich hat sich der Bau ein ganz klein wenig verzögert. Denn beim ersten Spatenstich zur Vöhlin-Sanierung hieß es im März 2006 noch, dass die neue Aula im Februar 2007 fertig sein soll. Was ist passiert?

Die Chinesen haben den deutschen Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung gemacht, heißt es bei der Stadt. Denn das Reich der Mitte habe in seinem Wachstums-Wahn weltweit dermaßen viel Stahl eingekauft, dass es zu Lieferschwierigkeiten gekommen sei. Da der unersättliche Stahl-Hunger der Chinesen aber schon vor ein paar Jahren kein Geheimnis mehr gewesen sei, hätte man laut kritischen Beobachtern der Vöhlin-Baustelle den benötigten Stahl eben rechtzeitig bestellen müssen. Schließlich heiße es nicht umsonst: Wer zu spät kommt, den bestrafen die Chinesen.

Die haben leicht reden. Denn es weiß doch jeder, der schon einmal einen Kung-Fu-Film gesehen hat, wie flink diese Asiaten sind. Außerdem sind die ja noch bis unter ihre Chinesenhüte gedopt. Das ist doch allgemein bekannt. Demnach ist es ein Ding der Unmöglichkeit, vor einem Chinesen mal schnell ein paar Tonnen Stahl zu bestellen.

Und wenn’s eben am Stahl fehlt, können die Bauarbeiter nicht loslegen - und das zieht einen Rattenschwanz nach sich. Denn wenn der Rohbau nicht zum geplanten Termin fertig wird, rücken die Handwerker nicht an, sondern ziehen andere Termine vor und der eigene rutscht nach hinten. Im Vöhlin-Fall sogar so weit, dass der langjährige Schulleiter Gerhard Hacker seinen Abschied im Bewegungsraum anstatt in der neuen Aula feiern musste. Vermaledeite Chinesen!

Aber es fehlte ja nicht nur am Stahl. Auch der Granit für den Aula-Boden kam später als geplant in Memmingen an. Er soll nach Angaben am Bau beteiligten Personen beim Zoll 'hängengeblieben' sein. Welche Einfuhrbestimmungen für Granit gelten, kann an dieser Stelle freilich nicht näher beleuchtet werden - und zwar aus Unwissenheit. Ganz sicher weiß ich jedoch, woher der Granit kam - nämlich aus China. Und den Fußbodenbelag in spe haben die schlitzohrigen Chinesen sicher absichtlich falsch deklariert, um von dem Stahl-Schlamassel abzulenken. Volker Geyer

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