Füssen
Die Bücherei von morgen: Treff, Café, Erlebnisraum

Treffpunkt für alle Bürger und vielseitiger Erlebnisraum: 2011 soll sich die Füssener Stadtbibliothek in neuem Gewand präsentieren. Und das werde, wie Leiterin Sabine Frey jüngst im Kulturausschuss erläuterte, nicht nur an der aufwendig sanierten Klosterküche samt Comediehaus liegen, die die bisherigen Räume nach dem Ende der Landesausstellung ergänzen. Wunsch ist, der gesamten Bibliothek einen einladenderen Charakter zu geben. Dieses Ansinnen war nach dem Geschmack der Räte: Sie gaben einmütig grünes Licht dafür, dass die Verwaltung bis Anfang 2010 ein Konzept erarbeitet und die Kosten kalkuliert.

Schon in ihrer jetzigen Form sei die Stadtbibliothek ein «Renner», verwies Frey auf bislang 106000 Ausleihen im laufenden Jahr. Doch die Bücherei der Zukunft biete viel mehr als ein umfassendes Medienangebot. «Der Nutzer will auch Aufenthaltsqualität, er will Räume für Begegnung und Freizeitgestaltung», so die Leiterin. Schmökern und Kaffeetrinken sei das Motto. Aktuelle Beispiele in Immenstadt oder Augsburg zeigten, dass dieses Rezept die Besucherzahlen erheblich ankurble.

Innenarchitekt Thomas Schulte, Mitarbeiter eines Münchener Planungsbüros mit Schwerpunkt Bibliotheken und Buchhandlungen, zeigte dem Gremium an konkreten Beispielen, wie dieser Spagat zwischen Lernort und Erlebnisraum gelingen kann. Entscheidende Faktoren für eine «Wohlfühl-Atmosphäre»: Ansprechende Beleuchtung, Farbe, Akustik und Klima -und ein vernünftiges Leitsystem.

Einzelne Elemente setzten zudem wichtige Akzente: Hörbuch-Stationen etwa oder optisch abgesetzte «Inseln», die zum Schmökern einladen, ebenso spannende Kinderbereiche. Fühle sich der Nachwuchs angezogen, kämen auch die Eltern gerne. Im Kloster St. Mang böte sich zudem eine intensive «Innen-Außen-Beziehung» an: «Füssen hat hier mit dem Barockgarten eine phantastische Situation», schwärmte Schulte.

«Die Klosterküche ist ja als Mehrzweckraum gedacht», hakte Franz Nagel (CSU) nach, wie diese Anforderung mit der Bibliotheksnutzung vereinbar sei. Hier plädierte Schulte für eine klare Ausrichtung: Eine Doppelnutzung mit Bücherregalen auf Rollen, die man für Lesungen oder Konzerte hinausrolle, funktioniere in der Praxis nicht.

Steinfußboden und Gewölbe des markanten Raumes seien zwar in puncto Akustik problematisch. «Hier lässt sich durch geeignete Ausstattung aber Einiges machen», war der Architekt sicher. Auch bei der Beleuchtung reiche in der Klosterküche keine Lösung von der Stange, um die gewünschte Wirkung zu erzielen - und was für die Landesausstellung tauge, sei nicht automatisch für die Bücherei geeignet. Die entsprechenden Investitionen lohnten sich aber, wandte sich Schulte an das Gremium: «Sie machen jetzt Maßnahmen für 30 Jahre.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019