Lindenberg
Die Böllerschützen setzen das i-Tüpfelchen

| sen | Peer Bergsteiner hatte sich einen für ihn eher ungewöhnlichen Sitzplatz ausgesucht. Der Vorsitzende der Stadtkapelle Lindenberg saß beim Weihnachtskonzert nämlich nicht auf, sondern vor der Bühne. «Ich hatte keine Zeit, die Registerproben zu besuchen, also nutze ich die Gelegenheit, uns einmal vom Zuschauerraum zu hören und zu sehen.»

Das gut zweistündige Konzert im mit mehr als 350 Gästen ausverkauften «Löwen»-Saal ist ein kultureller Höhepunkt in der Lindenberger Vorweihnachtszeit. Dirigent Artur Tronsberg schickte seine 70 Musiker auf einen anspruchsvollen, musikalischen Hindernisparcours, der mit schnellen Tempiwechsel, ehrgeizig angepackten Soli und heiklen Kadenzen gespickt war.

Alle Arrangements wurden auch von den Debütanten Magdalena Eller (Flöte), Sarah Pelzer (Klarinette), Vanessa Reisberger (Horn), Simon Rädler (Posaune) sowie Alexander Meier und Andreas Schneider (beide Schlagzeug) gemeistert.

Bei Sepp Tanzers dreiteiliger Suite «Tirol 1809 - Kampf am Berg Isel» zündeten die Lindenberger Böllerschützen vor dem Gebäude ihre Feuerwaffen, um so das gewaltige tonliche Fortissimo des Orchesters lautstark zu untermalen. «Das war wirklich das Tüpfelchen auf dem i», freute sich der Dirigent angesichts des gelungenen Überraschungseffekts.

Jazzige und moderne Elemente, boten einen angenehmen Kontrast zu traditionellen Polkastücken oder Arrangements aus der Welt der Operette. Eckpfeiler des Konzerts, das Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh als «ansprechend und sehr anspruchsvoll» bezeichnete, setzten die drei Solisten Monika Steiner, Kathi Huber und Thomas Geiger.

Gezeigt, wos langgeht

Beim Trompetensolo «Oh mein Papa» bewies Monika Steiner, dass sie die «Triolenzunge», eine schwierige Blastechnik, beherrscht. Kathi Huber zeigte beim «Tuba Mukl» der Kapelle, wo´s langgeht und jagte ihre Tuba vom Notenkeller bis hinauf in die obersten tonlichen Stockwerke. Und Thomas Geigers Interpretation von «My Way» auf dem Tenorhorn ließ die ausdrucksstarke Stimme von Frank Sinatra wach werden.

Das von Dirigent Artur Tronsberg feinsinnig zusammengestellte Programm gipfelte in drei erklatschten Zugaben.

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