Die Bedürfnisse der Radler vom Sattel aus betrachtet

Kaufbeuren (kle). - Auch wenn sich in der Wertachstadt in den vergangenen Jahren für die Radler vieles zum Guten verändert hat, so bleiben doch noch Schwachstellen, die der Arbeitskreis Verkehr der lokalen Agenda 21 aufdecken möchte. Zu einer Radwegebefahrung fanden sich trotz dunkler Wolken am Himmel 15 Teilnehmer mit ihrem Drahtesel im Spitalhof ein. Hauptziel sollte der Ortsteil Neugablonz sein, in dem gut ausgebaute Radwege des Landkreises am Ortsrand ohne Weiterführung auf dem Gebiet der Stadt unvermittelt enden. Zunächst zeigte sich für den unkundigen Radler einmal die Schwierigkeit, dorthin zu gelangen, ohne die Hauptverkehrsstraßen nutzen zu müssen. Über die Spittelmühlkreuzung ging es entlang der Augsburger Straße bis zur Ampel an der Einmündung am Hang. Hier musste nun überquert werden. Ein Hinweis auf einen Radweg gegenüber, der über die Höfelmayrkapelle hoch zum Waldfriedhof führt, gibt es allerdings nicht. Der ist zwar in beide Richtungen befahrbar, könnte dafür aber breiter sein. Auch am Waldfriedhof kein Hinweis, dass der abbiegende Radweg rechts zum Corona Kino hinausführt oder auf der anderen Seite der Weg weiter durchs Gewerbegebiet zur Fußgängerbrücke weiter nach Neugablonz führt. Wer sich nicht auskennt, wird die Straße nehmen. Nach dem Kreisverkehr in Neugablonz wähnt sich der Radfahrer erst mal sicher - ein Radweg entlang der am meisten befahrenen Straße der Stadt mit 24000 Fahrzeugen täglich. Doch die Freude ist leider nach ein paar hundert Metern vorbei. An der Einmündung Riederlohweg kommt das Ende-Schild. Nun muss doch auf die Straße ausgewichen werden. Bis hinter dem Freibad, vorbei an der Leutelt-Schule müssen Radler und Autofahrer aufeinander achten.

Die 800 Schüler der größten Hauptschule der Stadt tun gut daran, durch die ruhigeren Nebenstraßen zu radeln. Auch wenn sie dafür morgens ein paar Minuten früher aufstehen müssen. Auch die Gruppe biegt rechts zur Wiesenstraße ab, Richtung B12. Dort beginnt die 'Dampflokrunde', ein Radweg Richtung Schongau. Gut für den, der sich auskennt. Einen Hinweis sucht man vergebens. Auch umgekehrt in Richtung Zentrum. Auf Stadtbaurat Ralf Baur, der mitradelt, stürmen an diesem Vormittag viele Fragen ein. Warum gibt's keine Radwegekarte für die Stadt und kaum Radwege in Neugablonz, wo doch seit zwölf Jahren schon die Planung dafür existiert? Die fehlende Beschilderung ist das Hauptthema. Der Leiter des Baureferats schlägt dem Arbeitskreis vor, ein Beschilderungssystem für die Verwaltung zu entwickeln, damit ein Radwegeplan für die Stadt erstellt werden kann. Heinz und Doris Bolesch fordern zumindest einen Zeitplan, in dem die Hauptachsen für Neugablonz für Radler erschlossen werden. Die Tour endet an der Brücke stadtauswärts Richtung Leinau. Wer auf dem Radweg links fährt, findet sich auf der Brücke unvermittelt zwei Problemen gegenübergestellt: Der Radweg endet mit einem nicht abgesenkten Bordstein auf der linken Seite und die Überquerung der Straße ist mit einem Risiko verbunden. Die Autos stadtauswärts können, da die Brücke hinter einer Kurve liegt, den querenden Radler erst spät sehen und eine Geschwindigkeitsbeschränkung, wie in der Stadt selbst, gibt es auch nicht. Auch wenn die dunklen Wolken am Himmel sich verzogen haben, schauen die Radler nicht so glücklich drein. Trotz laufender Verbesserungen für die Zweirad-Fans seitens der Stadt wird es noch viel zu tun geben. Für die nächste Befahrung noch in diesem Sommer, wenn es durch die Kern- und Altstadt gehen wird, wünscht sich die Agenda eine rege Beteiligung, vor allem durch die Mitglieder des Stadtrats. Denn, so ihre Meinung, auf dem Sattel sitzend hat man einfach einen klareren Blick für die Nöte der Radler, als vom Autositz aus.

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