Buchloe
«Die Ausbildung darf kein Blindflug sein

Der 14-jährige Christian Jugl aus Buchloe besucht die 8. Klasse an der Hauptschule und hat von seiner beruflichen Zukunft schon eine klare Vorstellung: Zimmerer oder Stahlbetonbauer kommen in die engere Wahl. «Auf alle Fälle würde ich gerne draußen arbeiten», sagt er. Trotzdem testet er auch seine sonstigen Talente. Ein Praktikum als Lkw-Mechatroniker hat er bereits absolviert und beim Berufsinformationstag an der Buchloe Hauptschule lotet er am Samstag konsequent seine weiteren Möglichkeiten aus - ganz im Sinne des Schirmherrn der Veranstaltung, Landrat Johann Fleschhut.

Denn nach dessen Meinung ist Schule «schon außerordentlich wichtig»; aber die Ausbildung sei die «entscheidende Lebensphase, eine Lebensentscheidung». Im Landkreis Ostallgäu gebe es ein Projekt mit dem «supertollen Namen Traum-Azubi». Soll bedeuten, dass man früh von der schulischen Entwicklung mit der beruflichen Seite zusammen kommt und sich lange überlegen kann, wo man hin möchte und wo sich die Talente befinden.

«In Zeiten, wo wir mit Arbeitslosigkeit und im Sozialfrieden mit Problemen zu kämpfen haben, ist es ganz wichtig, dass unsere jungen Leute eine gute Ausbildung bekommen», betonte Fleschhut in seiner Begrüßung: «Die Ausbildung darf kein Blindflug sein nach dem Motto: wird schon gut gehen». Die Betriebe wollten qualifizierte Mitarbeiter - auch vom Herzen und von der Motivation her.

Am Beispiel von großen Firmen in der Region erläuterte Fleschhut, dass deren Mitarbeiter auch international «ganz hoch geschätzt» werden, weil sie sich stark mit ihrem Betrieb identifizieren. Und diese Betriebe könnten auch in einem Hochpreisland hochproduktiv sein.

Im Hinblick auf das geplante Buchloer Gymnasium meinte Fleschhut, dass man deswegen die anderen Schulen nicht weniger schätze. Immerhin kämen 70 Prozent der Auszubildenden des Handwerks von der Hauptschule.

Rund 40 Betriebe und Einrichtungen begrüßte Rektor Christian Schöne in Buchloe. Er freute sich auch über die Anwesenheit der Schulverband-Mitglieder, der Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft und des Schulrats Karl Wittek.

Bei einem Rundgang zeigte sich, dass «Mechatroniker» der neue Modeberuf zu sein scheint. Klassisch beispielsweise bei Auto Singer im Kfz-Gewerbe angeboten, folgen nun auch Firmen wie Karwendel und Vion und zeigen, dass sie im Ausbildungsbereich noch mehr zu bieten haben als die klassische Molkerei- und Metzgerausbildung. Ein ebenfalls sehr gefragter Beruf ist die «medizinische Fachangestellte», wie Gabriele Hessel berichtete. Die Schreinerinnung oder auch die Kaminkehrer klagten hingegen über eher zögerliche Nachfrage.

Zufrieden konnten die Veranstalter allemal sein. «Der Laden ist voll gewesen», so Organisator Konrektor Robert Protschka.

Die Organisation im Team mit AIK und Vhs habe sehr gut geklappt, nicht zuletzt dank des Einsatzes von rund 60 Schülern, die unter Federführung der Schülersprecherin Margret Schwele-Heimer ein «Riesen-Engagement» vom Catering bis zum Auf- und Abbau gezeigt hätten.

Christian Jugl hat seinen «Traum-Arbeitgeber» noch nicht gefunden. Bei «Grob» hat er sich über das Berufsbild des Maschinen-Mechatronikers informiert. Auch das Ausbildungsangebot des einzigen teilnehmenden Bauunternehmers, Alfred Jörg aus Eggenthal, zum «Holz- und Bautenschützer» hat er eingehend studiert und findet es hochinteressant. Dennoch: Ihn würde der klassische Maurer oder Hallenbauer mehr interessieren.

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